Handwerkskammer Ulm lobt Zukunftspreis 2017 aus

Die nominierten Handwerksbetriebe aus dem Kammergebiet stehen fest

Das regionale Handwerk setzt weiter auf die Zukunftsfähigkeit der Handwerksbetriebe. Zum zweiten Mal wird dieses Jahr der „Zukunftspreis“ der Handwerkskammer Ulm ausgelobt. Beworben haben sich Betriebe aus den verschiedensten Gewerken, die ihre Organisation beispielsweise auf Innovationsfähigkeit, Unternehmenssicherung, Digitalisierung oder Nachhaltigkeit ausgerichtet haben. Eine Expertenjury wird die Sieger anhand der verschiedenen Kategorien küren.

Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm Dr. Tobias Mehlich: „Mit der Auslobung des Zukunftspreises setzen wir ein klares Zeichen für Innovation und nachhaltiges Unternehmertum. Die Betriebe stellen sich den Entwicklungen des digitalen Zeitalters und treiben damit den wirtschaftsstärksten Bereich unseres Landes weiter voran. Das Handwerk schafft sich seine Zukunft – und genau das wollen wir aufzeigen und fördern“, so Mehlich weiter.

Im Ostalbkreis setzt sich die Firma Stelzer aus Ellwangen für die Digitalisierung und Automatisierung ihrer Arbeitsbedingungen ein. So erleichtert beispielsweise die sogenannte Ausklinkmaschine die Arbeitsabläufe deutlich. Für die Flaschner- und Abdichtungsarbeiten werden bei Stelzer in Ellwangen Kunststoffbahnen verwendet. In Zukunft will der Betrieb darüber hinaus mit einer Planungssoftware arbeiten. Für das Thema Betriebsnachfolge hat sich Peter Stelzer besonders eingesetzt: Die Nachfolge ist gesichert. 2021 findet die geplante Übergabe an den Nachfolger statt.
Der zweite Nominierte, das Bauunternehmen Kolb aus Heubach, hat in eine digitale Messtechnik im Betrieb investiert. Im Betriebsalltag werden neuerdings die Geräteverwaltung per Smartphone und das Bautagebuch digital gesteuert.
Darüber hinaus ist die Möbelmanufaktur Martin Weigle aus Ruppertshofen nominiert. Die Möbelmanufaktur ist im vergangenen Jahr für die Einführung des Kanban-Systems zur Produktionsprozesssteuerung mit dem Innovationspreis Ostwürttemberg ausgezeichnet worden. Darüber hinaus arbeitet der Betrieb durch die Einführung einer speziellen Absauganlage von Spänen und Holzresten besonders ressourceneffizient. Der Betrieb legt außerdem großen Wert auf das Corporate Design im Außenauftritt.
 

Im Landkreis Heidenheim sticht der Betrieb Elektrotechnik Kolb aus Niederstotzingen durch Messungen mit der Thermokamera innovativ hervor. Die Messung ist im Betrieb fest als Dienstleistung, z.B. bei Photovoltaik-Anlagen oder Schaltschränken zur Problem-Früherkennung verankert. Auch das Vermessern und Spleißen von Glasfasern gehört zum Portfolio. Zur Fachkräfte-Sicherung bietet der Betrieb regelmäßige Schulungen an.

Im Alb-Donau Kreis ist unter anderem der Graveur-Betrieb Wagner für den Zukunftspreis nominiert. Im Zuge der Digitalisierung verwendet Ralph Wagner, Inhaber des Graveurbetriebs aus Dornstadt, CNC-Maschinen zur Bearbeitung der Brennstempel. Mit der Photovoltaik-Anlage auf dem Hausdach möchte er die Ressourcen-Effizienz des Betriebs steigern.
Weiter ist die Firma Reif GmbH aus Heroldstatt nominiert. Der Betrieb arbeitet derzeit an einem eigenen Videoüberwachungssystem. Engagiert ist der Betrieb auch in Bezug auf Themen, wie Inklusion und Integration von Flüchtlingen.
 

Im Landkreis Biberach ist die Firma JaKo Baudenkmalpflege aus Rot an der Rot nominiert. JaKo ist Gesamtdienstleister für die Restaurierung von historischen und denkmalgeschützten Gebäuden und arbeitet mit 3D-Laserscanner. Die Vermessung eines Gebäudes erfolgt durch ein individuell erstelltes 3D-Modell.
Das Autohaus Rapp aus Schemmerhofen hat seit 2014 eine Werkstatt für Elektrofahrzeuge in ökologischer Bauweise mit im Portfolio. Angegliedert ist eine kostenlose E-Tankstelle für die Kunden. Zudem kooperiert der Betrieb mit der Hochschule Biberach im Bereich der E-Mobilität. Bei der Fachkräftesicherung zeigt sich der Betrieb fortschrittlich, indem sie einen Syrer mit Flüchtlingshintergrund die Möglichkeit zur Ausbildung gegeben haben.
 

Aus dem Landkreis Ravensburg wurde Hecht Bau aus Ravensburg nominiert. Der Betrieb vereint mehrere Gewerke in einem: vom Holzbau über Klempner hin zu Malerei und Gerüstbau. Im Portfolio gibt es beispielsweise das „Upcycling“ von Möbeln aus altem Holz, was in der Kategorie der Nachhaltigkeit gewertet wird. Bei Hecht Bau wird außerdem mit digitalen Hilfsmitteln, wie beispielsweise dem digitalen Aufmaßtool, vernetzt gearbeitet.
Der zweite Nominierte ist Metallblasinstrumentenmacher Franz Straub aus Wangen. Er verwendet einen 3D-Druck zur Fertigung von Kunststoff-Ersatzteilen. Dadurch wird der Lagerbestand um 90% heruntergefahren. Darüber hinaus wird das 3D-Verfahren auch für die Fertigung von individuellen Tools für Instrumente verwendet, was sich sehr positiv auf die Effizienz des Betriebes auswirkt.
Beim dritten Nominierten aus dem Landkreis Ravensburg, dem Tischler- und Bestattungsgewerbe Thaler aus Aulendorf, wird im Bereich der Fachkräftesicherung auf ein besonderes Merkmal gesetzt: Der Einsatz von Vorruheständlern zielt drauf ab, wertvolles Knowhow zu erhalten. Darüber hinaus bietet der Betrieb Teilzeit-Stellen an. Im Rahmen des Digitalisierungsprozesses wird bei Thaler die 3D-Visualisierung mittels einer Virtual-Reality-Brille umgesetzt.

Beim den Nominierten für den Zukunftspreis 2017 ist auch der Bodenseekreis vertreten. Holzbau Schmäh aus Meersburg hat Punkte im Bereich Nachhaltigkeit gesammelt. Der Betrieb gewinnt die gesamte Heizenergie über Restholz und Solarthermie. Seit 2017 ist die Webseite des Betriebes auch über mobile Endgeräte aufrufbar und seit dem vergangenem Jahr wird bei der Firma Schmäh ein sogenannter Quadrocopter als Drohne verwendet.
 

Die Handwerksbetriebe, die die Expertenjury überzeugen, werden im Rahmen der diesjährigen Jahresbegegnung, am 7. Juli 2017, in Ulm mit dem Zukunftspreis geehrt. Der Zukunftspreis der Handwerkskammer Ulm wird von der Südwestbank AG als Sponsor unterstützt.

16. Juni 2017

Kirsten Wild
Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Handwerkskammer Ulm

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