Die Zukunftsfähigkeit des Handwerks vorantreiben

Handwerkskammer Ulm vergibt im Rahmen der Jahresbegegnung Zukunftspreis für innovative Handwerksbetriebe

Unter dem Motto „Feuer und Flamme für das Handwerk“ stand die diesjährige Jahresbegegnung der Handwerkskammer Ulm. Joachim Krimmer, Präsident der Handwerkskammer Ulm, begrüßte die rund 250 Gäste mit den Worten: „Handwerker brennen für ihre Aufgabe. Handwerk ist unsere Leidenschaft und unser Können.“ Krimmer machte damit gleich zu Beginn deutlich, dass sich im Handwerk etwas tut. Die Konjunktur laufe auf Hochtouren. Damit das so bleibe, brauche das Handwerk Unterstützung beim Finden und Binden von Fachkräften und Nachwuchs. Mit diesem Apell richtete sich der Präsident der Handwerkskammer Ulm an die Gäste aus Politik, Wirtschaft und Bildung.
 

Im Magirus Experience-Center in Ulm betonte Festredner Guido Wolf, Minister der Justiz und für Europa des Landes Baden-Württemberg, die besondere Stellung des Handwerks als wirtschaftliches Rückgrat Baden-Württembergs:  „Wir ziehen mit dem Handwerk an einem Strang. Entgegen dem Dienstleistungspaket der Europäischen Kommission haben wir erreicht, dass das Wertpapier Meisterbrief nicht zum Altpapier wird. Das ist ein wichtiger Erfolg. Wir lassen an der Qualität und dem Stellenwert des Meisters nicht rütteln.“ Für Wolf muss im Rechtsstaat Mitte und Maß vorherrschen. Die Handwerksunternehmen dürften nicht überreglementiert werden, sondern brauchten auch in Blick auf die EU Gestaltungsspielräume. „Wie können wir sonst innovative und kreative Ideen und Betriebe fördern, wie wir sie heute mit dem Zukunftspreis ehren“, erklärte der Minister in seiner Rede.
 

Die Zukunftsfähigkeit des Handwerks wurde im Rahmen der Jahresbegegnung mit der Vergabe des zweiten Zukunftspreises der Handwerkskammer Ulm untermauert. Zwölf Betriebe aus dem Kammergebiet hatten es unter die Nominierten geschafft. Eine siebenköpfige Jury kürte anhand verschiedener Kategorien die Sieger. Punkten konnten die Betriebe in Bereichen wie Innovationsfähigkeit, Digitalisierung, Nachfolge- und Unternehmenssicherung, Fachkräftesicherung und Nachhaltigkeit. Der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm, Dr. Tobias Mehlich, überreichte die Preise an die drei Gewinner-Betriebe: „Mit der Verleihung des Zukunftspreises setzen wir ein klares Zeichen für Innovation und nachhaltiges, an Mitarbeiter und Kunden orientiertes Unternehmertum. Die Betriebe stellen sich den Entwicklungen des digitalen Zeitalters und treiben damit den wirtschaftsstärksten Bereich unseres Landes weiter voran. Das Handwerk schafft sich seine Zukunft – und genau das wollen wir mit dem Zukunftspreis honorieren“, so Mehlich weiter.

Der erste Preis ging an „Holzbau Schmäh“ aus Meersburg. Der Betrieb hatte bei der Expertenjury die meisten Punkte gesammelt. So stehen bei Holzbau Schmäh Innovationen, starke Mitarbeiterbindung und Engagement im Bereich Nachfolgesicherung im Zentrum der Betriebsführung. Im Denkmalbereich verbindet Schmäh modernste Technik mit traditionellem Handwerk. Das nachhaltige Wirtschaften wird dadurch deutlich, dass der Holzbaubetrieb seine gesamte Heizenergie über Restholz und Solarthermie gewinnt.

Der zweite Platz ging an das „Autohaus Rapp“ aus Schemmerhofen. Bei der Übergabe betonte Mehlich, dass dem Bereich E-Mobilität in Zukunft immer mehr Bedeutung zukomme – das Autohaus Rapp setze somit aufs „richtige Pferd“. Seit 2014 hat der KFZ-Betrieb eine Werkstatt für Elektrofahrzeuge in ökologischer Bauweise mit im Portfolio. Angegliedert ist eine kostenlose E-Tankstelle für die Kunden. Der KFZ-Betrieb entwickelt sich stetig weiter und kooperiert mit der Hochschule Biberach im Bereich der E-Mobilität.

Der Elektrobetrieb „Reif – Innovative Sicherheitssysteme“ aus Heroldstatt im Alb-Donau Kreis belegte unter anderem für das herausragende Engagement im Bereich Fachkräftesicherung und Innovationsfähigkeit den dritten Platz beim Zukunftspreis der Handwerkskammer Ulm. Die Betriebsinhaber legen ihren Fokus stark auf die Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter. Zudem setzt sich der Betrieb für die Integration von Flüchtlingen ein.
Der Zukunftspreis der Handwerkskammer Ulm wird von der Südwestbank AG als Sponsor unterstützt.

10. Juli 2017

Ansprechpartnerin:

Veronika Thanner
Kommunikation, Politik und Öffentlichkeit, Kontakt für Presseanfragen und Veranstaltungstermine
Fachbereichsleiter/-in
Handwerkskammer Ulm

Telefon: 0731 1425-6103
Telefax: 0731 1425-9103

(v.l.): Dr. Tobias Mehlich, Jörg Rapp vom Autohaus Rapp (2. Platz), Urs Müller und Joris Neyrinck von Holzbau Schmäh (1. Platz) und Joachim Reif von Reif Sicherheitssysteme (3. Platz), Minister Guido Wolf, Gerhard Loser (Südwestbank AG)

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