Laserscanning im Handwerk

 

Moderne Laserscanner vermessen ihre Umgebung dreidimensional, schnell und äußerst genau, sind flexibel einsetzbar und liefern wertvolle Daten für verschiedenste Aufgabenbereiche. Durch innovative Entwicklungen und in Kombination mit anderen Technologien (bspw. Thermografie oder HDR-Fotografie), ermöglichen Laserscanner die effiziente Digitalisierung des „Ist-Zustands“ von Gebäuden, Objekten, Strukturen und Umgebungen. Im Handwerk lassen sich ebenfalls viele Anwendungsmöglichkeiten für das Laserscanning finden. Im Folgenden ein Auszug:

 

Baugewerbe

Für das Baugewerbe bietet Laserscanning viele Vorteile. Im Prinzip kann der gesamte Baufortschritt, von der Baugrube bis zum fertigen Gebäude umfassend überwacht werden. Während mit Hilfe von Tachymetern oder Theodoliten nur einzelne Punkte erfasst werden können, besteht mit Laserscannern die Möglichkeit, die gesamte Umgebung, inklusive komplexer Strukturen und Freiformflächen, in wenigen Minuten zu dokumentieren.

 

Bereits vor Baubeginn kann das betreffende Areal und umliegende Flächen gescannt werden, um etwaige Hindernisse (bspw. Stromleitungen, Straßenlaternen, angrenzende Gebäude) frühzeitig zu erkennen und entsprechende Korrekturen vorzunehmen.

 

Mit Hilfe regelmäßiger Laserscans lässt sich das Bauprojekt in verschiedenen Phasen effizient überwachen. Die durch die Scans generierten 3D-Daten werden dabei als Vergleichsgrundlage mit Planzeichnungen genutzt (Soll-Ist-Vergleich). So können etwaige Abweichungen sofort erkannt und entsprechend korrigiert werden.

 

Auch nach Fertigstellung des Baus bieten 3D-Daten wertvolle Informationen. Die Scandaten können problemlos für spätere Umbaumaßnahmen oder als Grundlage für versicherungsrelevante Fälle verwendet werden.

 

Terrestrischer Laserscanner im Einsatz auf einer Baustelle, © Zoller + Fröhlich GmbH

Straßenbau

Insbesondere für den Straßenbau ist Mobile Mapping (mobiles Laserscanning) ein spannendes Thema. Ein Laserscanner wird dabei auf eine mobile Plattform (bspw. ein Auto, Zug, Handwagen) angebracht. Die erzeugten 360° Profile werden anschließend in einer Software zu einem 3D-Modell zusammengeführt. Mit Hilfe zusätzlicher Kameras können Farbinformationen der Umgebung generiert werden.

 

Anhand der gesammelten Daten kann der Zustand von Straßen, Tunneln oder auch naheliegender Objekte (Leitplanken, Straßenschilder, Vegetation etc.) analysiert und bewertet werden. Diese dienen dann als Grundlage für die Planung entsprechender Maßnahmen.

 

Denkmalschutz und -pflege

Denkmalgeschützte Gebäude und Objekte stellen besondere Herausforderungen dar. Es gilt dabei filigrane Strukturen, verwendete Materialien und komplexe Geometrien zu dokumentieren. Die Anforderungen an die Lasermesstechnik sind deshalb besonders hoch: Genauigkeiten im Submillimeterbereich, schnelle Scanzeiten (da in solchen Gebäuden meist mit Publikumsverkehr zu rechnen ist), hohe Reichweiten für große Gebäude (z. B. Kirchen oder Kathedralen) und die Möglichkeit auch Farbinformationen zu generieren. Sogar das Anbringen von Messmarken (Targets) ist mancherorts nicht gestattet.

 

Doch selbst für solche herausfordernden Projekte gibt es Laserscanner, die diesen Ansprüchen gerecht werden. Die 3D-Daten dienen dabei zum einen als Bestandsdokumentation und zum anderen als Grundlage für Restaurationen, entweder am gesamten Objekt oder einzelnen Bestandteilen (bspw. Skulpturen).
 

Facility Management

Für das Facility Management, insbesondere für die Bestandsdokumentation und auch für Reparatur- sowie Umbauarbeiten, bieten 3D-Daten mittels Laserscanning einen großen Nutzen. Hier spielen nicht nur geometrische Eigenschaften und Farbinformationen eine Rolle, sondern auch zusätzliche Informationen, wie bspw. Thermografie zur Analyse von Isolationen. In wenigen Minuten kann mittels entsprechender Laserscanner ein umfassendes Bild des Ist-Zustands bestehender Räumlichkeiten, Anlagen und Strukturen erstellt werden.

 

Virtual Reality

3D-Daten können sehr gut für verschiedenste Virtual Reality Anwendungen genutzt werden. Dies erlaubt dem Anwender die digitale und interaktive Visualisierung des gewünschten Objekts bzw. der Umgebung sowie die flexible Planung – beispielsweise die exakte Platzierung verschiedener Objekte in einen bestehenden Raum. Die Technologie bietet somit auch im Kundenkontakt viele Vorteile.


Ausblick

Dieser Auszug für Anwendungsbereiche des Laserscannings im Handwerk ist keinesfalls abschließend. Zum einen entwickelt sich die Lasermesstechnik stetig weiter, was neue Anwendungsmöglichkeiten eröffnet, und zum anderen stellen Anwender konstant neue Anforderungen an die Geräte. Aufgabe für Hersteller wird es mittelfristig sein, den Workflow für den Anwender so effizient wie möglich zu gestalten, sodass Laserscanning nahtlos in bestehende Arbeitsprozesse integriert werden kann.

Ansprechpartner

Gunter Maetze
Innovation und Technologie
Fachbereichsleiter/-in
Handwerkskammer Ulm

Telefon: 0731 1425-6385
Telefax: 0731 1425-9385

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