Pumpen-Contracting

 

Energiesparen mit Hocheffizienzpumpen

 

Ungefähr 10 Prozent des weltweiten Stromverbrauchs gehen auf das Konto von Pumpensystemen. Ob in der der Industrie, im Gewerbe oder in öffentlichen Gebäuden und kommunalen Einrichtungen: Viele Systeme sind veraltet, arbeiten ineffizient und müssten eigentlich erneuert werden. Die Deutsche Energieagentur schätzt das Einsparpotenzial bei einer Optimierung des gesamten Pumpensystems in einem Unternehmen auf bis zu 30 Prozent der gesamten Energiekosten. Investitionen in die energieeffiziente Auslegung und Sanierung von Pumpen und Pumpensystemen sind daher in der Regel hochrentabel.

Die Einsatzgebiete von Pumpen und Pumpensystemen sind vielfältig, daher ist ihre Verbreitung branchenübergreifend sehr groß. In nahezu allen Büro- als auch Betriebsgebäuden werden Pumpen für die unterschiedlichsten Anwendungen eingesetzt. Umwälzpumpen arbeiten in geschlossenen Systemen, wie zum Beispiel Heizungs- und Klimaanlagen. In offenen Systemen, beispielsweise in der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung oder für industrielle Prozesse kommen Förderpumpen zum Einsatz. Die Kosten eines Pumpensystems entstehen hauptsächlich durch den Energieeinsatz, der zur Förderung eines Mediums benötigt wird. Über den gesamten Lebenszyklus machen die Energiekosten zwischen 70 und 90 Prozent der Gesamtkosten aus.

 

Die wichtigsten Energieeffizienzmaßnahmen bei Pumpen sind (Quelle: dena):

 

  • Anpassen der Förderaufgabe (Förderhöhe und -menge) an den tatsächlichen Bedarf
  • Anpassung der Pumpenleistung an den tatsächlichen Bedarf
  • Austausch von überdimensionierten Pumpen und Entfernen von Pumpen-Bypässen
  • Einsatz von hocheffizienten Pumpenantrieben
  • Einsatz von drehzahlgeregelten Pumpen zur optimalen Bedarfsabdeckung

 

Planung und Umsetzung der Optimierungsmaßnahme – Schritt für Schritt


Prinzipiell können Unternehmen selbst die Anschaffung einer neuen Pumpe tätigen oder aber sich für ein Leasingmodell entscheiden. Auch Contractingmodelle sind möglich.
Im Folgenden ist beschrieben, wie die typische Vorgehensweise in Zusammenarbeit mit einem spezialisierten Pumpenoptimierer vonstatten geht:

 

  1. Bei einem Vor-Ort Termin werden alle Bestandspumpen mit den wichtigsten Betriebsdaten digital erfasst. Im Anschluss an die Bestandsaufnahme erfolgt eine Bewertung des Einsparpotentiales. In einer Konzept- und Maßnahmenpräsentation werden die Möglichkeiten vorgestellt.
  2. Der Betreiber der Pumpenanlagen entscheidet sich für ein Maßnahmenpaket und legt fest, in welchem Umfang der Betrieb Energiesparen möchte.
  3. In einem weiteren persönlichen Gespräch werden alle Vertrags- und Maßnahmen schriftlich und verbindlich festgehalten.
  4. Soweit die Anlagen es erfordern, werden an größeren Pumpensystemen eine Langzeitenergieanalyse mit Datenlogger durchgeführt. Hierbei werden vertragsrelevante Daten ermittelt und erneut ausgewertet.
  5. Nach der Auswertung wird der Umbau des gewünschten Pumpensystems in vollem Umfang geplant und ein Bauzeitenplan in Abstimmung mit dem Betreiber erstellt.
  6. Die Sanierungsmaßnahme beinhaltet die Demontage der alten Anlage bis hin zur Inbetriebnahme der neuen Pumpe incl. Einweisung.
  7. Ab der Inbetriebnahme profitiert der Betreiber sofort mit oft großen Energie- und CO2-Einsparungen. Beim Leasingmodell verbleibt ein Teil der Einsparung gleich beim Betreiber, der Rest wird als Miete verwendet. Darüber hinaus unterliegt die Anlage einem Fullservice, mit der der Betreiber eine höchstmögliche Betriebssicherheit genießen kann.

 

Ein Beispiel aus der Praxis


Als ein Beispiel von effizienter Pumpensanierung soll ein Kunststoffwerk in der Oberpfalz dargestellt werden: Der Betrieb setzte vor dem Austausch drei Kühlwasserpumpen (15 kW), zwei Heizkreispumpen (2,2 kW) und sieben Umwälzpumpen für die Heizung (klein bis mittelgroß) ein. Mit einem Investitionskapital von 51.000 Euro konnte eine jährliche Energiekostenreduzierung von 17.630 Euro erzielt werden. Die Energieeinsparung beträgt 116.350 kWh pro Jahr, bei einer CO2-Minderung von fast 70.000 kg pro Jahr.
Grundsätzlich ist aber eine Schritt-für-Schritt-Ausführung zu empfehlen: Eine Bestandsaufnahme und eine Langzeitmessung mit entsprechender Auswertung bilden die Grundlage für die Planung einer Pumpenanlage. Die Ausführung sollte unbedingt von einem Fachbetrieb durchgeführt werden.

 

Energiesparkonzept mit Contracting 


Neben dem Kauf oder einem Leasing von Pumpensystemen, stellt auch das Contracting eine Option für Unternehmen dar. Beim Contracting errichtet der Contractor (Auftragnehmer) auf eigene Kosten eine Pumpenanlage, wartet diese regelmäßig und kümmert sich per Fernüberwachung um notwendige Reparaturen. Der Betrieb mietet quasi die Pumpen nur für einen bestimmten Zeitraum und hat – neben Steuervorteilen – keine Investitionskosten und kein Betriebs-Risiko. Die Kostenvorteile für die eingesparte Energie gehen zum Teil an das Contracting-Unternehmen. Darüber hinaus können Betreiber von Heizungsumwälzpumpen eine staatliche Förderung von bis zu 30 % nutzen. Diese Förderung ist nicht nur bei einem Kauf möglich, sondern auch bei einer monatlichen Miete (Mietkauf).

(Foto: © pesContracting GmbH)

Bei einer durchschnittlichen Pumpenlebensdauer von mehr als fünfzehn Jahren ergeben sich mittel- bis langfristig erhebliche Entlastungen bei den Betriebskosten.

Gunter Maetze
Innovation und Technologie
Fachbereichsleiter/-in
Handwerkskammer Ulm

Telefon: 0731 1425-6385
Telefax: 0731 1425-9385

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