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8. April 2019

vernetZEN im Handwerk

Tag der Betriebsnachfolge für den Erhalt von Handwerksbetrieben in den Regionen.

VernetZEN, Kontakte knüpfen, kennenlernen und informieren – das war das Ziel von mehr als 140 Handwerkerinnen und Handwerkern beim „Tag der Betriebsnachfolge“ in der Handwerkskammer Ulm. Etwa 1/3 Nachfolgerinnen und Nachfolger und 2/3 Inhaberinnen und Inhaber hörten die Vorträge der 18 Referentinnen und Referenten und was es zu bedenken gilt. Auch standen die Kooperationspartner aus den verschiedenen Bereichen Banken, Versicherungen, Rechtsanwälte und Beratung für Fragen zur Verfügung.

Die Handwerkskammer Ulm berät mit ihrem Zentrum für Betriebsnachfolge (ZEN) Übergeber und Übernehmer im gesamten Prozess der Betriebsnachfolge neutral und kostenlos. „Damit tragen wir dazu bei, dass möglichst wenig Handwerksbetriebe schließen müssen. Das ZEN ist ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der Wirtschaftsstruktur in unseren Regionen“, erklärt Dr. Tobias Mehlich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm.

Roman Gottschalk, Moderator des Zentrums für Betriebsnachfolge (ZEN) der Handwerkskammer Ulm, freut sich über die positive Resonanz: „Heute haben auch viele junge Handwerkerinnen und Handwerker die Chance genutzt, sich über die Möglichkeiten einer Betriebsübernahme zu informieren. Sie haben diskret und unkompliziert Kollegen, die ihren Betrieb übergeben möchten, kennenlernen können.“ Gottschalk motiviert die Betriebe weiterhin auf ihn zuzukommen: „Eine Betriebsübergabe ist eine sensible Angelegenheit, in die unterschiedliche Themen hineinspielen: Erbrecht, Familiensituation, bevorstehendes Ausscheiden aus dem eigenen Berufsleben in den Ruhestand, kaufmännische und steuerrechtliche Fragestellungen. Unser Ziel ist eine maßgeschneiderte Lösung vor Ort für den Betrieb und den Übernehmenden zu finden. Jeder der Beteiligten muss sich darin wiederfinden“, so Gottschalk weiter.

Im Gebiet der Handwerkskammer Ulm stehen altersbedingt ca. 2.700 Betriebe mitten in oder kurz vor einer Betriebsübergabe. „Wenn uns dieser Übergabeprozess koordiniert in der Fläche gelingt, sichern wir die Beschäftigung und die Nahversorgung in unserer Region. Wir reduzieren die Auswirkungen für den Kunden in Form von steigenden Preisen oder Versorgungslücken“, sagt Mehlich. Die konjunkturelle Lage im Handwerk ist weiterhin gut. Mehr als 70 Prozent der Handwerksbetriebe sprechen in der aktuellen Konjunkturumfrage von einer guten oder sehr guten Auslastung. Fast 85 Prozent erwarten für 2019 eine weiterhin gute oder noch verbesserte Geschäftslage.

Mehr als 140 Handwerkerinnen und Handwerker haben sich zum Thema Betriebsübergabe kennengelernt, vernetzt und informiert. (Bild: Handwerkskammer Ulm)