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14. April 2021

Handwerkskammer Ulm organisiert Corona-Tests für ihre Betriebe

Mitgliedsbetriebe können ab sofort kostengünstig Corona-Tests bestellen – Politik wälzt Verantwortung auf Betriebe ab

Gestern hat die Bundesregierung den Betrieben die Pflicht auferlegt, ihren Beschäftigten regelmäßig Corona-Tests zu ermöglichen. Die Handwerkskammer Ulm hat diese gesetzliche Pflicht unter anderem damit kritisiert, dass die Politik ihre Verantwortung einfach auf die Betriebe abwälze und den Betrieben das Problem hinschiebe, dass Tests kaum zu beschaffen sind (siehe Pressestatement vom 13. April 2021).

Nun hat die Handwerkskammer Ulm gemeinsam mit den baden-württembergischen Handwerkskammern ein Einkaufssystem für Corona-Schnelltests aufgebaut, bei dem Handwerksbetriebe ihren Bedarf einfach einkaufen können. „Die Politik macht sich einen schlanken Fuß, aber wir konnten unsere Betriebe nicht allein lassen mit der Pflicht, irgendwo auf der Welt kaum ausreichend vorhandene Tests zu besorgen. Jeder unserer Betriebe kann jetzt einfach und schnell seine Corona-Tests beschaffen und wir machen den Rest dahinter“, so Dr. Tobias Mehlich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm.

Damit unterstützt die Kammer die Handwerkerinnen und Handwerker dabei, sich in Eigenregie zügig Tests für ihre Beschäftigten und Kunden zu beschaffen. Mitgliedsbetriebe können Tests ab sofort direkt über die Website der Handwerkskammer Ulm bestellen. Die Konditionen sind deutlich vergünstigt und zudem versandkostenfrei. „Wir haben die Einkaufsmacht der vielen kleinen Handwerksbetriebe gebündelt und so deren strukturellen Einkaufsnachteil in einen Preisvorteil zusammengebunden“, sagt Mehlich. Dabei können sie zunächst aus drei verschiedenen Tests auswählen: Antigen-Selbsttests, -Schnelltests und -Speicheltests. Die Kontingente sind derzeit nicht beschränkt und daher in nahezu unbegrenzter Menge verfügbar.

Die jetzt beschlossene Testpflicht belastet die Handwerksbetriebe zusätzlich in einer für sie ohnehin schwierigen Lage. Die Betriebe und Unternehmen dürfen beim Thema Testen nicht allein gelassen werden. Dieser Beschluss ist aus Sicht des Handwerks lediglich der Versuch, die beim Staat liegende Verantwortung für die Pandemiebekämpfung auf die Wirtschaft zu verlagern. Dazu zählt auch die Beschaffung von Tests in ausreichender Menge. Dabei ist es Aufgabe des Staates, alles für den Gesundheits- und Infektionsschutz der Bevölkerung zu tun und auch die entstehenden Kosten dafür zu übernehmen. Viele Handwerksbetriebe im Kammergebiet zwischen Ostalb und Bodensee sind hier bereits in Vorleistung gegangen und haben ihre Beschäftigten freiwillig in großem Umfang getestet. Rund 80.000 Corona-Tests werden pro Woche in den Handwerksbetrieben verwendet. Dort, wo dies bisher noch nicht der Fall war, hat es mehrheitlich an der schwierigen Beschaffungslage gelegen. Mit ihrem Angebot schafft die Handwerkskammer Ulm hier konkrete Abhilfe und erleichtert den Handwerksbetrieben den Zugriff. „Unsere Betriebe sind gute Handwerker und wollen arbeiten – und sie sollen nicht auch noch in der Welt herumsuchen müssen nach den zur Verfügung stehenden Tests, die dann am Ende vielleicht gar nicht zugelassen sind“, so Mehlich. Die von der Handwerkskammer Ulm zur Verfügung gestellten Tests sind allesamt vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zugelassen und zertifiziert.

Die Angebote der Handwerkskammer Ulm zur Sachkunde-Schulung für die richtige Durchführung von SARS-CoV-2 Antigen-Schnelltests sind indessen ausgebucht. Allein im April werden knapp 1.500 Betriebe im Land darin geschult, Tests durchzuführen, zu dokumentieren, zu kommunizieren. Die Bereitschaft der Betriebsinhaberinnen und -inhaber, einen Beitrag zum Schutz vor Corona zu leisten, ist deutlich spürbar. Mehlich: „Unsere Betriebe wollen testen und so ihre Beschäftigten und Kunden schützen. Dazu hätte es also dieser zusätzlichen Bürokratie durch die gesetzliche Testpflicht nicht bedurft.“

Hier geht’s zur Bestellseite für Betriebe

Ansprechpartnerin bei Fragen:
Karin Tausch (Rechtsberatung), Telefon: 0731 1425-6115, E-Mail: k.tausch@hwk-ulm.de