Notfallplan: Was passiert mit dem Betrieb, wenn der Chef plötzlich ausfällt?

Ein Bäckermeister und Inhaber einer Bäckerei mit 6 Mitarbeitern hat einen Autounfall, bei dem dieser schwer verletzt wird. Er wird im Krankenhaus ins künstliche Koma versetzt und ist erst nach Tagen wieder bei Bewusstsein. Es dauert noch weitere 12 Wochen, bis er sich von seinem Unfall soweit erholt hat, dass er sich vom Krankenbett aus zumindest langsam wieder mit betrieblichen Angelegenheiten beschäftigen kann. Mit diesem Beispiel soll verdeutlicht werden, dass ein plötzlicher Ausfall des Chefs jederzeit eintreten kann. Ein Risiko eines unfallbedingten plötzlichen Ausfalls ist für jeden jederzeit vorhanden – unabhängig von Alter oder von Erkrankungen der Inhaberin oder des Inhabers. Für einen plötzlichen Ausfall des Chefs sollte daher grundsätzlich Vorsorge getroffen werden, damit ein Betrieb auch für einen kürzeren oder längeren Zeitraum weiter arbeiten kann, ohne in eine wirtschaftliche Krise zu geraten.

Sie sollten dabei einerseits durch entsprechende Ermächtigung – bspw. durch eine Handlungsvollmacht – einer geeigneten Person oder geeigneter Personen die Handlungsfähigkeit Ihres Betriebes ermöglichen. Auch die Frage eines Nachfolgers sollte in diesem Zusammenhang mitbedacht werden: Notfälle können nämlich auch dazu führen, dass die Inhaberin und der Inhaber die Betriebsführung anschließend überhaupt nicht mehr ausüben kann, und Betriebe somit früher als ursprünglich geplant übergeben werden müssen.

Neben den Ermächtigungen ist es selbstverständlich erforderlich, dass Sie alle notwendigen Informationen, die zur Aufrechterhaltung Ihres Betriebes notwendig sind, so zusammenstellen und aufbereiten, dass die von Ihnen bevollmächtigte Person auch tatsächlich handeln kann: Sie sollten beispielsweise wichtige Dokumente und Informationen in einem Notfallordner sammeln und den vorgesehenen Vertretungspersonen den Aufbewahrungsort dieses Notfallordners mitteilen.

Eine allgemeingültige Notallvorsorge und einen allgemeingültigen Notfallordner, der für jeden Betrieb gleichermaßen gut passt, gibt es nicht. Eine Notfallvorsorge und ein Notfallordner muss vielmehr bedarfsgerecht von Ihnen selbst zusammengestellt werden und außerdem in regelmäßigen Abständen überprüft und gegebenenfalls aktualisiert werden. Die Handwerkskammern bieten Ihnen kostenlos eine Vorlagensammlung für Ihren Notfallordner (Downloadlink) an. Mit diesen Vorlagen können Sie Ihre etwaigen Vorsorgelücken erkennen und erhalten Anregungen, um diese Lücken zu schließen. Anmerkung: Das Ausfüllen des Dokumentes „Notfallordner“ funktioniert, abhängig von Ihrem Internetbrowser, eventuell erst nach einem Download des Dokumentes.