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17. April 2019

Neuerungen beim Qualifizierungschancengesetz

Erweiterter Zugang zur Weiterbildungsförderung

Unabhängig von Alter, Qualifikation und Betriebsgröße können Beschäftigte künftig Zugang zur Weiterbildungsförderung erhalten, wenn sie vom digitalen oder sonstigen Strukturwandel betroffen wären oder sich in einem so genannten Engpassberuf weiterbilden wollen. Das gilt auch für Beschäftigte im (aufstockenden) Leistungsbezug nach dem SGB II (“Hartz IV”).

Bei einer nicht abschlussorientierten Weiterbildungsmaßnahme, bspw. einer Anpassungsqualifizierung, ist die Förderung von Lehrgangskosten sowie die Höhe des Arbeitsentgeltzuschusses je nach Betriebsgröße gestaffelt und grundsätzlich an eine Ko-Finanzierung durch den Arbeitgeber gebunden:

Bei Kleinstbetrieben mit weniger als zehn Beschäftigte können bis zu 100 % der Lehrgangskosten durch die Bundesagentur für Arbeit übernommen werden. Für Beschäftigte in kleinen und mittleren Unternehmen werden bis zu 50 %, in größeren Unternehmen bis zu 25 % übernommen. Ein Zuschuss zum Arbeitsentgelt für die weiterbildungsbedingte Ausfallzeit kann mit bis zu 75 % bei Kleinstunternehmen, bis zu 50 % bei kleinen und mittleren Betrieben und bis zu 25 % bei größeren Betrieben übernommen werden.

Nach dem Gesetz sind auch berufsbegleitende Weiterbildungsmaßnahmen möglich. Die Fortbildung sollte die Dauer von vier Wochen übersteigen und nicht im Betrieb erfolgen. Die Weiterbildungen müssen im Einvernehmen mit dem Arbeitgeber absolviert werden, da es sich hierbei um eine so genannte Ermessensleistung handelt. Ein Rechtsanspruch auf Weiterbildung gibt es nicht. Allerdings besitzen Beschäftigte den Anspruch, sich bei der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter vor Ort über Fortbildungsmaßnahmen zu informieren.

Wird die Fortbildung genehmigt, gibt es einen Bildungsgutschein, der bei einem zertifizierten Bildungsträger eingelöst werden kann. Die Bildungsakademien der Handwerkskammer Ulm sind als zertifizierte Weiterbildungsträger nach AZAV anerkannt.