Nachschulung Gebäudeenergieberater/-in

 

Dieser Kurs richtet sich an alle Gebäudeenergieberater/innen, die die Weiterbildung vor Juli 2012 absolviert haben (dann fehlt Ihnen der KfW-Inhaltsblock) und/oder zwei Jahre oder länger nicht als solche/r tätig waren. In diesem Fall benötigen sie eine entsprechende Nachschulung, um die Voraussetzungen für die Eintragung in die Energie-Effizienz-Expertenliste zu erfüllen. Dieser Kurs bringt Ihr Fachwissen auf den aktuellen Stand, wobei auf den bisherigen Praxiserfahrungen der Teilnehmer/innen aufgebaut wird.

Die Nachschulung ist im Teilzeitkurs Gebäudeenergieberater/-in (HWK) integriert, d.h. Nachqualifizierer müssen nur an ausgewählten Terminen teilnehmen. Die Terminplanung ist noch nicht abgeschlossen, konkrete Angaben folgen umgehend. Der zeitliche Umfang beträgt ca. 100 Unterrichtseinheiten (UE) á 45 Minuten, verteilt über ca. 4 Monate (vorgeschrieben sind für die Nachqualifizierung mind. 80 UE, bei uns sind es insgesamt etwas mehr).

Unterrichtszeiten
freitags von 14 bis 18.30 Uhr (= 5 UE)
samstags von 8 bis 16.30 Uhr (= 10 UE)

Wichtig: Wenn Sie nicht sicher sind, welche Nachweise Sie benötigen, möchten wir Sie dringend darum bitten, sich eigenständig vor der Anmeldung zum Kurs über die zu erbringenden Nachweise für die Eintragung in die Energie-Effizienz-Experten-Liste bzw. dessen Verlängerung bei der Deutschen Energieagentur (DENA) zu informieren.

Wir als Weiterbildungsträger können Ihnen hierüber keine valide Auskunft geben, da wir beispielsweise keine Einsicht in Ihren Experten-Account bei der DENA haben und daher nicht wissen können, welcher Experte was genau im welchem Umfang nachweisen muss.

KONTAKT ZUR DENA

Telefon 030 66 777 - 222
E-Mail: info@energie-effizienz-experten.de

Erreichbarkeit
Montag bis Freitag 9 bis 12 Uhr
Montag und Mittwoch 14 bis 16 Uhr

Sollte Ihnen die Eintragung bzw. die Verlängerung des Listeneintrages nach der Weiterbildung verweigert werden, können wir hierfür keine Haftung übernehmen.

Zugangsvoraussetzungen

Zugelassen wird, wer den Abschluss zum Gebäudeenergieberater/-in vor 2012 erworben hat oder zwei Jahre nicht mehr als solche/r tätig war.

 

Kursinhalte

1. Rechtliches

Anwendung EnEV in der Praxis
- Kurzüberblick EnEV 2014

Rechtliche Grundlagen I: EU-Gebäuderichtlinie, EnEG, EnEV, EEWärmeG
- Inhaltlicher Kurzüberblick
- EU-Gebäuderichtlinie und ihre nationale Umsetzung in Deutschland
- Abhängigkeiten und Zusammenspiel der verschiedenen Verordnungen bzw. Gesetze

Rechtliche Grundlagen II: Normen, insbesondere DIN V 18599
- Inhaltlicher Kurzüberblick
- DIN V 18599 – Energetische Bewertung von Gebäuden
- DIN 4108/4701 – Wärmeschutz und Wärmebedarfsberechnung
- Zusammenspiel/Verweise EnEV und Normen

2. Gebäudehülle in Neubau und Bestand

Energetische Grundlagen
- Physikalische Wirkprinzipien und Energiekennwerte
- Grundlagen des Wärme- und Feuchteschutzes (Temperaturverlauf in Bauteilen, Glaser-Diagramm, Nutzereinfluss, Wärmebrücken)
- Berechnung von U-Werten, Wärmebrücken, Luftdichtheit

Innen- und Kerndämmung
- Übersicht der Planungsaufgaben bei Umsetzung einer Innendämmung unter Berücksichtigung der Wärmebrücken, insbesondere der Anschlüsse der Decken, Fußböden und Innenwände an die Außenwände
- Feuchteschutztechnische Beurteilung der Planung und Umsetzung
- Berücksichtigung von möglichen Wärmebrücken im Bauprozess

Grundlagen sommerliche Behaglichkeit / Wärmeschutz
- Beispielrechnung solare Wärmelast im Sommer
- Planung und Dimensionierung des sommerlichen Wärmeschutzes
- Fachgerechte Umsetzung der Lüftungs- und Verschattungsmöglichkeiten

Detaillierung: Wärmebrücken in Neubau und Bestand, Berechnung von Wärmebrücken und Gleichwertigkeitsnachweisen, Konstruktionsempfehlungen
- Beispielrechnung Wärmebrücke mit Software und Gleichwertigkeitsnachweis
- Wärmebrückenkatalog nach DIN 4108, Beiblatt 2
- Praxistipps: Kenntnisse, wie in der Planung und Umsetzung Wärmebrücken minimiert werden können

3. Anlagentechnik und erneuerbare Energien in Neubau und Bestand

Regelungstechnik für Heizungs- und Wohnungslüftungsanlagen, Kenntnisse hydraulischer Abgleich, Regelung bei EE
- Details zum Zusammenspiel der Anlagentechnik
- Erläuterung hydraulischer Abgleich
- Einfache Dimensionierungen, Berechnung des hydraulischen Abgleichs
- Grundlagen Regelung Anlagentechnik, z. B. bei erneuerbaren Energien: thermische Solaranlage im Zusammenspiel mit WW-Speicher und Kesselanlage

Bereich Lüftung: Erstellung von Lüftungskonzepten
- Erstellung von Lüftungskonzepten gemäß DIN 1946-6 (freie Lüftung, Querlüftung, Schachtlüftung, mechanische Lüftung)
- Beispielhafte Erstellung eines Lüftungskonzepts
- Verschiedene Lüftungsmöglichkeiten

Einsatz erneuerbare Energien
- Einsatz von regenerativen Energien, insbesondere für die Bereiche der Solarenergienutzung sowie der Verfeuerung fester Biomasse und Biogas für hocheffiziente Gebäude (Effizienzhaus 40 und 55)
- Auswahlentscheidung für den Einsatz von regenerativen Energien im Neubau und Bestand für hocheffiziente Gebäude

Photovoltaik
- Einsatzmöglichkeiten, Einbaumöglichkeiten und Voraussetzungen in Neubau und Bestand
- Dimensionierung und Energiespeichertechnologie, insbesondere bei KfW-Effizienzhäusern 40 Plus

4. Bilanzierung und Wirtschaftlichkeit, Projektbericht

Vermittlung geringinvestiver Maßnahmen
- Vertiefung Optimierung Anlagentechnik durch Steuerung und Regelung
- Fugenabdichtung, Lüftungsverhalten und einfache Dämmmaßnahmen

Ausstellen von Energieausweisen für die Zielvariante KfW-Effizienzhaus 40 und 55 und als öffentlich rechtlicher Nachweis nach Neubau und Sanierung
- Erreichbare Energieeinsparungen
- Praxistipps, typische Fehler beim Ausstellen von Energieausweisen
- Durchführen von Berechnungen nach anerkannten Rechenverfahren
- Praxistipps für die Bilanzierung von hocheffizienten KfW-Effizienzhäusern 40 und 55

KfW-förderspezifische Details
- Details zu den KfW-Förderprogrammen: Antragstellung, Prozesse, Dokumentation, Besonderhei-ten in der Bilanzierung, FAQs

Projektbericht Planung / Baubegleitungsdokumentation eines KfW-Effizienzhauses
- Ausarbeiten einer (Teil-Planung/ Baustellen-dokumentation, wobei das Ergebnis den Anforderungen an ein KfW-Effizienzhaus entsprechen muss.

Vermittlung von Beratungskompetenzen
- Beratungskompetenzen und Darstellungsmöglichkeiten fachlicher Zusammenhänge in Berichten (Musterbericht), PPT-Präsentationen, Kundengesprächen

Anwendung der DIN V 18599 mit Software, Abgrenzung 18599 und 4108/4701
- Unterschiede in der Berechnung
- Einflüsse auf die Planung von Effizienzhäusern
- Durchführung beider Berechnungsverfahren mittels Software-Eingabe für Beispiel

5. Planung/Baubegleitung

Planung/Ausführung luftdichter Gebäude
- Grundlagen luftdichter Gebäude
- Konstruktionsempfehlungen, Vorstellung geeigneter luftdichter Bauteilanschlüsse
- Einschätzung von Undichtheiten, ihre Vermeidung und Behebung in Neubau und Bestand

Ausschreibung und Vergabe
- Wichtige Inhalte von Ausschreibungstexten für hocheffiziente Neubauten und Sanierungen
- Angebotsauswertung (technische und wirtschaftliche Bewertung der Angebote) / Preisspiegel
- Hinweise bei Erstellung des Bauzeitenplans

Baubegleitung/Qualitätssicherung
- Gewerke: Schnittstellenproblematik
- Kontrolle der Luftdichtheit
- Kontrolle der Wärmebrückenfreiheit auf der Baustelle gemäß Planung
- Kontrolle der Ausführung Gebäudehülle und Anlagentechnik gemäß Planung
- Qualitätssicherungsmaßnahmen und -termine im Bauablauf

Detaillierung Baubegleitung Neubau, Sanierung
- Ablauf und Inhalt einer qualifizierten Baubegleitung, Herangehensweise, relevante Vor-Ort-Termine
- Tipps zur Prüfung der Detailplanung / Ausführungsplanung Anschlussdetails/Wärmebrücken/Luftdichtigkeit sowie zur Prüfung von Fachplanungen (z. B. Heizung, Warmwasserbereitung, Lüftung)
- Anleitung zur Prüfung der Ausschreibungsunterlagen für Sanierung und Neubau (WLG, Dämm-stärke)
- Hilfestellungen zur Einweisungsbegleitung der Nutzer in neue Heizungstechnik, ggf. unter Einbin-dung erneuerbarer Energien; Überprüfung der Anlageneinstellung
- Tipps zur Prüfung und Erstellung von Dokumentationsunterlagen (Hülle und Anlagentechnik) zum Gebäude nach Sanierung und Neubau, Anlage eines Hausbuchs
- Tipps zum Monitoring des Energieverbrauchs, Nutzerinformation/-betreuung

Instrumente zur Qualitätssicherung: Grundlagen, Anwendung Thermografie und Luftdichtheitstest
- Grundlagen von Thermografie und Luftdichtheitstest

 

Unser Tipp

Ein Zuschuss aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds von bis zu 50% der Kursgebühren ist möglich. Voraussetzung: Wohnsitz des Teilnehmenden oder Hauptunternehmenssitz befindet sich in Baden-Württemberg.

Termine auf Anfrage.

Bitte wenden Sie sich bei Interesse an Ihren/Ihre Ansprechpartner/in.

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