Steuerliche Neuerungen für Existenzgründer: Was es jetzt zu beachten gilt

Seit diesem Jahr gibt es zwei steuerlich Neuregelungen für Existenzgründer, die es bei Gründung eines Unternehmens oder eines Handwerksbetriebs in den Jahren 2020 und 2021 zu beachtet gilt. Dies betrifft zum einen eine neue Verpflichtung – nämlich zur Einreichung eines Gründerfragebogens – und zum anderen den erfreulichen Wegfall der bisherigen Pflicht, in den ersten beiden Jahren nach der Gründung monatliche Umsatzsteuer-Voranmeldungen ans Finanzamt übermitteln zu müssen.

Bisher haben sich die Finanzämter kulant gezeigt, wenn ein Steuerzahler im Rahmen seiner Existenzgründung abwartete, bis ihm das Finanzamt einen “Fragebogen zur steuerlichen Erfassung” zuschickte oder den sogenannten Gründerfragebogen in Papierform beim Finanzamt einreichte. Damit ist für Gründer seit Jahresbeginn endgültig Schluss. In einem Schreiben hat das Bundesfinanzministerium nun festgelegt, dass die elektronische Übermittlung des Fragebogens für alle Existenzgründer ohne vorherige Aufforderung durch das Finanzamt ab 1. Januar 2021 verpflichtend ist. Einen Antrag auf Befreiung von der elektronischen Übermittlung des Fragebogens können Sie laut § 150 Abs. 8 Abgabenordnung beim Finanzamt nur stellen, wenn Sie nachweisen können, dass Sie keinen Internet-Anschluss und keinen PC besitzen. Das Finanzamt akzeptiert in diesen Ausnahmefällen meist den Papier-Gründerfragebogen.

Die zweite steuerliche Neuerung betrifft die Übermittlung der monatlichen Umsatzsteuer-Voranmeldungen an das Finanzamt: Bislang mussten Existenzgründer im Jahr der Gründung und im Folgejahr zwingend monatliche Umsatzsteuer-Voranmeldungen an den Fiskus übermitteln. Das war insbesondere für kleine Handwerksbetriebe oder für Nebenberufs-Selbständige oftmals mit einem enormen bürokratischen Aufwand verbunden. Zum 1. Januar 2021 ist diese Monats-Verpflichtung bis ins Jahr 2026 ausgesetzt worden. Falls Sie Ihren Betrieb im Laufe des Jahres 2020 gegründet haben, müssen Sie bei der Ermittlung der Umsatzsteuer-Zahllast für 2020 Folgendes beachten: die tatsächliche Zahllast für 2020 ist auf eine Jahres-Zahllast hochzurechnen.

Was das konkret bedeutet und weitere Information finden Sie hier.