Wann ist Fahrzeit Arbeitszeit?

Das Arbeitszeitgesetz soll einen angemessenen Ausgleich zwischen Arbeitsleistung und Freizeit bringen. Der Arbeitnehmer soll vor einer arbeitsbezogenen Überbeanspruchung geschützt werden und so möglichst faire Bedingungen für Arbeitgeber wie auch Arbeitnehmer geschaffen werden. Häufig stellt sich jedoch die Frage, was ist denn nun eigentlich Arbeitszeit und zählt die Fahrt zur Arbeit hinzu?

Hat der Arbeitnehmer einen festen Arbeitsort, so gilt grundsätzlich, dass die Fahrt zur Arbeit keine Arbeitszeit ist. Die Arbeitszeit beginnt mit Aufnahme der Tätigkeit am Betriebsort. Doch keine Regel ohne Ausnahmen. So entschied der europäische Gerichtshof das für Arbeitnehmer, die keinen festen Arbeitsort haben und von Kunde zu Kunde fahren, sowohl die Fahrzeit vom Wohnort zum ersten Auftraggeber des Tages als auch der Heimweg als Arbeitszeit zählen und zu vergüten sind. Hier ist Vorsicht geboten, dies gilt nur für Arbeitnehmer ohne festen oder gewöhnlichen Arbeitsort.

Die Einordnung, ob Fahrzeit als Arbeitszeit zu werten ist oder nicht, ist insbesondere für die Einhaltung der Grenzen der Höchstarbeitszeit nach dem Arbeitszeitgesetz von großer Bedeutung. Die Bußgeldvorschriften bei einem Verstoß gegen Regelungen aus dem Arbeitszeitgesetz bewegen sich, abhängig vom einzelnen Verstoß, zwischen fünftausend und dreißigtausend Euro. Da kann es sich lohnen genau zu prüfen, ob die Arbeitszeiten korrekt erfasst werden.