Handwerksbetriebe suchen trotz Konjunkturdelle Personal

Neue Studie belegt hohe Einstellungsbereitschaft – Fachkräftesicherung bleibt zentrale Herausforderung – viele Karrierechancen im regionalen Handwerk zwischen Ostalb und Bodensee

Ein Schreiner bei der Arbeit.

Jeder achte Betrieb plant, mehr Personal einzustellen, obwohl die Geschäftserwartungen gleichbleibend oder sinkend sind – das geht aus einer aktuellen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft hervor. Demnach spielt die Fachkräftesicherung bei der Personalplanung der Betriebe eine größere Rolle als die Anpassung an die Geschäftserwartungen. Für die Studie wurden im Rahmen einer Konjunkturumfrage im Frühjahr deutschlandweit rund 2.000 Unternehmen und Betriebe befragt. Dazu sagt Dr. Tobias Mehlich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm: „Die Studienergebnisse bestätigen unsere Beobachtungen: Im regionalen Handwerk herrscht gewerkeübergreifend eine hohe Einstellungsbereitschaft. Unsere Betriebe erweisen sich auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten als verlässliche Arbeitgeber, die aktiv nach Fachkräften suchen und ausbilden möchten.“

Die Studie zeigt eine bemerkenswerte Entwicklung: 84 Prozent der Unternehmen und Betriebe, die bestenfalls eine stabile Auftragslage erwarten, planen dennoch Personalaufstockungen. Als Hauptmotiv nennen 90 Prozent der Befragten die Neubesetzung von Stellen aufgrund bevorstehender Renteneintritte. Zur Einordnung: Allein im Gebiet der Handwerkskammer Ulm stehen in den kommenden Jahren altersbedingt mehr als 3.400 der insgesamt über 20.000 Handwerksbetriebe zur Übergabe an – das sind gut 17 Prozent aller Betriebe zwischen Ostalb und Bodensee, Tendenz steigend. Mehlich weiter: „Viele Inhaberinnen und Inhaber aus geburtenstarken Jahrgängen bereiten sich auf den Ruhestand vor und suchen Nachfolger. Unsere Betriebe wissen, dass dieser demografische Wandel den Fachkräftemangel verstärken kann.“

Fachkräftesicherung durch Ausbildung
Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, gilt es mehr Jugendliche für die mehr als 130 verschiedenen Handwerksberufe zu begeistern und attraktive Ausbildungsangebote zu schaffen. Junge Menschen, die sich für einen handwerklichen Beruf interessieren, haben jetzt gute Chancen in einem der vielen Ausbildungsbetriebe der Region durchzustarten und Karriere zu machen. Im Gebiet der Handwerkskammer Ulm können sie sich in den Landkreisen aktuell noch auf rund 430 freie Lehrstellen in den unterschiedlichsten Ausbildungsberufen bewerben. „Wir haben noch eine große Zahl an unbesetzten Ausbildungsplätzen in der Region. Für Jugendliche, die eine handwerkliche Lehre beginnen wollen, ist das eine echte Chance. Im Handwerk können sie bei wichtigen Zukunftsthemen mit anpacken. Und wir alle wissen: die Azubis von heute sind die qualifizierten Fachkräfte von morgen“, so Mehlich.

Offene Lehrstellen im Ulmer Kammergebiet nach Landkreisen:

Alb-Donau-Kreis: 43
Biberach: 85
Bodenseekreis: 36
Heidenheim: 17
Ostalbkreis: 114
Ravensburg: 104
Stadtgebiet Ulm: 35



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