Zentrum für Betriebsnachfolge (ZEN)

In den nächsten 10 Jahren steht jeder vierte Handwerksbetrieb vor der Übergabe – Noch nie waren die Chancen so gut, einen Handwerksbetrieb zu übernehmen!
Wir beraten Übergeber und Übernehmer neutral und kostenlos zu den Themen Ihrer Betriebsnachfolge:

  • Wir begleiten Ihre Suche nach einem passenden Betrieb oder einem potenziellen Nachfolger
  • Wir erstellen mit Ihnen einen Übernahmefahrplan.
  • Wir moderieren bei Bedarf Ihre Gespräche zwischen Übergeber und potenziellem Übernehmer.
  • Wir binden weitere Beraterinnen und Berater für Sie in Ihren Übernahmeprozess mit ein, z B. zur Finanzierung oder zur Bewertung des Betriebes.

Betriebsnachfolge 

Sie wollen einen Betrieb übergeben oder übernehmen?
Erste Informationen erhalten Sie in unseren Broschüren “Betriebsübergabe im Handwerk” und “Betriebsübernahme im Handwerk”.

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Rufen Sie uns gerne an und wir vereinbaren einen persönlichen Termin. Unser Moderator für Betriebsnachfolge kommt zu Ihnen in den Betrieb.

Sabrina Schüßler
0731 1425-8322
s.schuessler@hwk-ulm.de



Betriebsbörse

Die Handwerkskammer Ulm bietet Ihnen eine Betriebsbörse für die Nachfolgesuche bzw. für Ihre Suche nach einem passenden Betrieb zur Übernahme.

Bis zu einer Unterschrift des Nachfolgers auf einem Übergabevertrag ist es ein weiter Weg: Ein Nachfolger muss zu allererst überhaupt einmal gefunden werden. Der Betrieb muss eventuell für eine Übergabe optimiert werden. Der Betrieb muss bewertet werden. Ein Kaufpreis zwischen Übergeber und Übernehmer muss ausgehandelt werden. Der Nachfolger muss die Finanzierung des Kaufpreises mit seiner Bank klären. Die Mitarbeiter müssen rechtzeitig einbezogen werden, damit Sie sich nicht wegen zu großer Ungewissheit einen anderen Arbeitgeber suchen. Die Kunden müssen informiert werden. Es sind steuerliche und rechtliche Details zu beachten und vieles mehr. Inhaber sollten daher mindestens fünf Jahre für eine Betriebsübergabe einplanen. Nachfolger sollten für die konkrete Übernahme einen Zeitraum von ungefähr einem Jahr einplanen. In Situationen, in denen sich ein Nachfolger zunächst noch beruflich weiterqualifizieren muss, z. B. Meister, verlängert sich der Zeitraum entsprechend.

In den nächsten Jahren stehen ungefähr 20 bis 25 Prozent der Handwerksbetriebe altersbedingt zur Übergabe an. Die Zahl geeigneter Nachfolger reicht im Moment jedoch nicht für alle Betriebe aus: Im Schnitt werden nur drei von vier Betrieben, die einen Nachfolger suchen, einen Nachfolger finden. Für geeignete Nachfolger bedeutet das, dass Sie aus mehreren Betrieben, die zur Übergabe anstehen, einen Betrieb aussuchen zu können. Inhaber, die ihren Betrieb in den Jahren vor einer Übergabe verkleinern, indem Sie beispielsweise die Zahl ihrer Mitarbeiter verringern, weniger Aufträge bearbeiten und Umsatz und Gewinn rückläufig sind, haben in diesem Umfeld eher das Nachsehen. Ein Nachfolger interessiert sich ja gerade deshalb für eine Übernahme, damit er nicht wie bei einer Neugründung erst noch nach Mitarbeitern und Kunden suchen muss. Ein Nachfolger, der die Wahl zwischen mehreren Betrieben hat, wird sich in aller Regel für den Betrieb entscheiden, in dem er bereits ein motiviertes Mitarbeiterteam aus Auszubildenden, Gesellen und eventuell sogar Meistern vorfindet. Sie sollten daher neben der Auftragslage und der Betriebsausstattung ganz besonders darauf achten, dass die Personalstruktur Ihres Betriebes ausgeglichen ist.

Eine Fachkraft hat ganz besonders heute die Wahl zwischen attraktiven Stellenangeboten und den Chancen, aber auch den Herausforderungen einer Selbständigkeit. Das wirkt sich auf die Zahl potentieller Nachfolger dahingehend aus, dass nicht alle Betriebe die zur Übergabe anstehen einen Übernehmer finden werden. Selbst familienintern sieht es nicht mehr üppig aus: Nur noch bei ca. 30 bis 40 Prozent der Übergaben erfolgt die Übergabe an ein Familienmitglied. Die Mehrzahl der Übergaben erfolgt an einen Nachfolger außerhalb der Familie. Auf einen Nachfolger zu warten, also zu hoffen, dass irgendjemand von außen den Betrieb schon irgendwann mal haben wollen wird, ist unter diesen Bedingungen nicht zu empfehlen. Sie sollten stattdessen frühzeitig unter ihren Mitarbeitern Ausschau halten, ob jemand dabei ist, der das Zeug zum Unternehmer haben könnte und ihre Mitarbeiter entsprechend fördern. Wenn Sie Ihre Mitarbeiter in deren beruflicher Entwicklung fördern und in Ihrem Betrieb außerdem ein gutes Betriebsklima herrscht, erhöht das Ihre Chance, dass Sie unter Ihren Mitarbeitern einen geeigneten Nachfolger finden. Und, selbst wenn Sie unter Ihren Mitarbeitern später trotz Ihres Engagements keinen Nachfolger finden, hat es sich dennoch gelohnt: Betriebe mit gut qualifizierten und motivierten Mitarbeitern sind selbstverständlich auch sehr interessant für einen externen Nachfolger.

Neben der Attraktivität Ihres Betriebes hinsichtlich der Personalstruktur, des Kundenstamms, der Betriebsausstattung oder des Produkt- und Leistungsspektrum, muss auch der Übergabekaufpreis angemessen sein. Zu unterscheiden ist in diesem Zusammenhang zwischen einer Betriebsbewertung die beispielsweise Ihre Handwerkskammer für Sie erstellen kann und der tatsächlichen Kaufpreisfindung zwischen Übergeber und Übernehmer: Eine Betriebsbewertung ermittelt einen theoretischen Wert, der die Basis für die Kaufpreisverhandlung sein kann. Der Kaufpreis hingegen ist das Ergebnis der Kaufpreisverhandlung zwischen dem Käufer und dem Verkäufer. Der Kaufpreis muss daher nicht identisch mit dem Bewertungsergebnis sein. Der Kaufpreis hängt von der Marktlage an Betriebsangeboten und der Anzahl potentieller Nachfolger ab. Selbstverständlich kommt es immer auf den konkreten Einzelfall an, aber im Schnitt über alle Gewerke und Betriebe übersteigt das Angebot an Betrieben die Nachfrage. Wenn Übergeber und Übernehmer sich nicht auf einen Kaufpreises einigen können, haben die Übergeber eher das Nachsehen: Die Wahrscheinlichkeit, dass ein potentieller Nachfolger einen anderen Betrieb findet um dort seine Kaufpreisvorstellung durchzusetzen, ist größer, als dass ein Übergeber einen anderen Nachfolger findet, der bereit ist mehr zu zahlen. Übergeber sollten daher Preisverhandlungen nicht abbrechen, nur weil die Kaufpreisvorstellungen zwischen Ihnen und einem potentiellen Nachfolger auseinanderliegen. Sofern Sie niemand anderen in Aussicht haben, der mehr zu zahlen bereit ist, sollte Sie weiter verhandeln und sich gegebenenfalls auch dem Kaufpreisangebot Ihres potentiellen Nachfolgers annähern.

Betriebsinhaber, die über viele Jahre ihren Betrieb mit viel Fleiß aufgebaut haben, können sich die Zeit nach der Betriebsübergabe manchmal nur sehr schwer vorstellen. Sie haben in den vielen zurückliegenden Jahren wegen betrieblicher Belange oft ihr Privatleben und Hobbies hintenangestellt. Die viele Freizeit, die nach einer Übergabe auf den Inhaber zukommt, kann aus dieser Perspektive dann schon mal leicht bedrohlich wirken.   Ohne sich der Ungewissheit über den neuen Lebensabschnitt wirklich bewusst zu sein, verschiebt so mancher Inhaber schlicht das Thema Übergabe von einem Jahr auf das nächste und das übernächste usw.. Nicht loslassen zu können, zeigt sich jedoch nicht nur im Vorfeld einer Übergabe sondern kann auch nach der Übergabe auftreten. Beispielsweise in dem der Übergeber viele Jahre nach der Übergabe noch täglich im Blaumann durch die Werkstatt streift, um nach dem Rechten zu sehen. Mit dieser humorvollen Schilderung wollen wir Ihnen das tatsächlich ernste Thema bewusst machen: Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und daher bringt jeder neue Lebensabschnitt unweigerlich auch Ängste und Befürchtungen mit sich. Schaffen Sie sich daher am besten schon ein paar Jahre vor der Übergabe zunehmend Freiräume, in dem Sie Stück für Stück mehr Verantwortung an Ihre Mitarbeiter übertragen. Wenn möglich, bauen Sie sich eine zweite Führungsebene auf. So können Sie sich bewusst die Zeit nehmen, die Sie brauchen, um zu lernen wie sie Ihre zunehmende freie Zeit ausfüllen wollen. Auch Ihr Nachfolger wird davon profitieren, dass Sie Verantwortung auf Mitarbeiter übertragen, denn dadurch bleibt auch nach der Übergabe viel Knowhow im Betrieb. 

Selbstverständlich sind die wichtigsten beiden Voraussetzungen einer Übergabe, dass es auf der einen Seite einen attraktiven Betrieb gibt, der übergeben werden soll und auf der anderen Seite ein geeigneter Nachfolger bereit ist, diesen Betrieb zu übernehmen. Doch damit ist es noch nicht getan: Damit eine Übergabe in trockene Tücher kommt, sind noch eine Vielzahl an rechtlichen und steuerlichen Hürden zu nehmen. Hier eine kleine Auswahl der Fragen, die es in diesem Zusammenhang zu klären gilt: Stille Reserven? Asset Deal oder Share Deal? Betriebsübergang nach § 613a BGB? Ertragswert oder Substanzwert? Notarieller Kaufvertrag? Kurzum, eine Betriebsübergabe ist eine komplizierte Angelegenheit. Suchen Sie sich daher gute Partner für Ihre steuerlichen und rechtlichen Fragen. 


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Förderung der Beratung
Unser Zentrum für Betriebsnachfolge wird gefördert vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds.

Seitenverantwortlicher
Roman Gottschalk 
0731 1425-6375
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