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2019 wird zum Schicksalsjahr für den Meister. Anhand sachlicher Kriterien wägt die Politik anhand von Kriterien, die die Fachverbände liefern, ab, welche B1-Gewerke wieder zu A-Gewerken, also meisterpflichtig, werden. Der Meister und die Meisterpflicht sind eine Herzensangelegenheit für unsere Handwerkerinnen und Handwerker.

Auf dieser Seite erhalten Sie Informationen rund um das Thema Meister. Wenn Sie sich überlegen, sich zum Meister weiterzubilden, erhalten Sie auch hier nähere Informationen.

Was sind A-, B1- und B2-Gewerke?

1. Zulassungspflichtige Handwerke

41 Gewerke sind derzeit als zulassungspflichtige Handwerke (Anlage A) eingetragen. Der Betrieb eines zulassungspflichtigen Handwerks ist nur den in der Handwerksrolle eingetragenen Personen gestattet. Voraussetzung ist ein Nachweis über die Qualifikation – den Meisterbrief. Zu „A“ zählen beispielsweise Maurer, Dachdecker, Maler, Schornsteinfeger, Bäcker, Augenoptiker, Feinwerkmechaniker und Friseure.

2. Zulassungsfreie Handwerke und handwerksähnliche Gewerbe

Laut Handwerksordnung sind für die zulassungsfreien Handwerke (Anlage B1) und handwerksähnlichen Gewerbe (Anlage B2) keine besonderen Qualifikationsnachweise erforderlich, um sie selbstständig auszuüben. 52 Handwerke sind als zulassungsfreie Handwerke in der Anlage B Abschnitt 1 zusammengefasst.

In diesen „B1“-Handwerken kann der Meisterbrief freiwillig erworben werden. Er bleibt das zentrale Gütesiegel. Er steht für Qualität, Kompetenz und Vertrauen. Die Förderinstrumente zur Ablegung der Meisterprüfung (z.B. Meister-BAföG) gelten für die Anlage A- und B1-Berufe gleichermaßen. Zu „B1“ zählen beispielsweise Fliesenleger, Uhrmacher, Gold- und Silberschmiede, Schuhmacher und Raumausstatter.

Die handwerksähnlichen Gewerbe sind in der Anlage „B2“ zur Handwerksordnung aufgeführt und können ebenfalls ohne Qualifikationsnachweis selbstständig betrieben werden. Zu „B2“ zählen beispielsweise Bodenleger, Textil-Handdrucker und Änderungsschneider.

Was ist der Meistertitel?

Der „Handwerksmeister“ ist der höchste Berufsabschluss im Handwerk. Handwerksmeister sind in den zulassungspflichtigen Handwerken berechtigt, einen Handwerksbetrieb zu führen und Lehrlinge auszubilden. Voraussetzung für die Meisterschule in den zulassungspflichtigen Handwerken ist der Gesellentitel. Die Meisterschule inkludiert vier Teile:

  • Teil I – Fachpraxis
  • Teil II – Fachtheorie
  • Teil III – wirtschaftliche und rechtliche Kenntnisse
  • Teil IV – berufs- und arbeitspädagogische Kenntnisse

Wofür steht der Meisterbrief?

  1. Der Meisterbrief steht für berufliche, fachliche Qualifizierung und Kompetenz. Meisterbetriebe sind Garant für qualitative Leistungen beim Kunden, fachliche Fortentwicklung und Innovationen im Betrieb.
  1. Der Meisterbief steht für Arbeitssicherheit. Sicherheit für den Kunden, den qualitativ hochwertige, sichere Leistungen erwarten. Daneben wissen Meister um die Gefahren im Umgang mit Material und Maschinen ihres Handwerks und garantieren die Arbeitssicherheit im Betrieb.
  1. Meister sind Gründer. Der Meisterbrief qualifiziert in allen Bereichen der Betriebsführung (auch kaufmännischer Bereich). Damit sind Meister nicht nur fachlich qualifiziert, sondern auch zur Unternehmensführung. Jeder dritte Meisterstudent gründet neu. Gründungen mit akademischer Ausbildung sind bei rund einem Prozent.
  1. Meister bilden aus. Im Meisterbrief enthalten ist die Ausbildereignungsprüfung. 95 Prozent aller dualen Ausbildungen in deutschen Handwerk werden in Meisterbetrieben absolviert. Meister haben Berufserfahrung. Meister geben ihr Können weiter und sind Wissensvermittler. Damit leisten Meister einen zentralen Beitrag zur Minderung von Jugendarbeitslosigkeit und des Fachkräftebedarfs.
  1. Qualität = Verbraucherschutz. Meisterbetriebe sind gelebter Verbraucherschutz. Denn Qualität ist die Basis für ein nachhaltiges und erfolgreiches Unternehmertum. Langlebige Betriebe sind Verbraucherschutz. Fast die Hälfte der Betriebe in den Gewerken ohne Meisterpflicht (seit 2004) sind Ein-Mann-Betriebe. Bei diesen so genannten Solo-Selbstständigen gibt es eine hohe Fluktuation – im Bereich Bau und Ausbau verschwinden sie oft schon innerhalb der fünfjährigen Gewährleistungsfrist wieder vom Markt. Der Kunde bleibt ggfls. mit seinem Problem zurück. Das ist nicht im Sinne des Verbraucherschutzes.
  1. Der Meisterbrief ist gleichwertig zum Bachelor. Der Meisterbrief ist europäisch anerkannt und steht gleichwertig neben dem akademischen Bachelor-Abschluss auf der EQR-Stufe 6 (Europäischer Qualifikationsrahmen). Meister und Bachelorabsolventen verdienen im Lebensverdienst in etwa gleich viel.
  1. Meisterbetriebe sind Arbeitgeber und Steuerzahler. Das Handwerk arbeitet lokal. Handwerksbetriebe sind Arbeitsgeber vor Ort. Sie beschäftigen Fachkräfte aus der Region. Damit bleibt die Kaufkraft vor Ort. Handwerksbetriebe bezahlen Steuern in den örtlichen Kommunen. Die verlässlichen und berechenbaren Steuereinnahmen einer Kommune stammen mit bis zu zehn Prozent aus den lokalen Handwerksbetrieben.
  1. Meister fördern und erhalten Wohlstand in der Fläche. Handwerksbetriebe sichern die Grundversorgung der Bevölkerung, da sie regional ihre Leistungen erbringen. Sie sind wichtiger Umsetzer von politische Vorgaben, wie bspw. die Energiewende, in der Fläche und tragen so zum Wohlstandserhalt bei. Gleichzeitig sind Meisterbetriebe nachhaltig wirtschaftlich erfolgreich. Statistisch gesehen sind meistergeführte Betriebe doppelt so solide in ihrer Lebensdauer als Nicht-Meisterbetriebe. Das stärkt den Wirtschaftsstandort Deutschland.
  1. Meisterbetriebe sind wettbewerbsfähig. Handwerksbetriebe konkurrieren nicht nur innerhalb Deutschland, sondern stehen mit ihren Leistungen im internationalen Wettbewerb. Durch die Niederlassungsfreiheit im europäischen Binnenmarkt steht jeder Handwerksbetrieb täglich im Wettbewerb mit europäischen Konkurrenten und muss den Kunden mit seiner Leistung und einem fairen Preis überzeugen. Der Meisterbrief unterstützt diese Konkurrenzfähigkeit, da er als Qualitätssiegel anerkannt ist.