Mehr finanzielle Unterstützung für Meisterstudierende

Koalitionsvertrag verankert Erhöhung der Meisterprämie – Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Ausbildung wird vorangetrieben – fast 2.500 Meisterstudierendenausweise ausgegeben

Rund 10.000 Euro investieren Meisterstudierende durchschnittlich in ihre Ausbildung. Je nach Gewerk gibt es dabei große Unterschiede, zum Beispiel bei den Materialkosten. Mit dem Meisterbrief, auch Bachelor Professional genannt, stehen sie laut OECD-Rahmen nach Abschluss ihrer Meisterausbildung auf der gleichen Bildungsstufe wie der akademische Bachelorabsolvent. Dieser bekommt im Gegensatz seine Bildung und seinen Prüfungsabschluss kostenfrei. Meisterprämie und Aufstiegs-BAföG reduzieren die Ungerechtigkeit bei der Finanzierung der verschiedenen Bildungswege zwar, gleichen sie aber nicht vollständig aus. Die vom Handwerk geforderte Verdoppelung der Meisterprämiere ist nun im schwarz-grünen Koalitionsvertrag verankert, ein genauer Zeitplan für die Umsetzung des Vorhabens ist jedoch offen. Dazu sagt Katja Maier, Präsidentin der Handwerkskammer Ulm: „Wir begrüßen diese Ankündigung sehr. Dieser Schritt ist längst überfällig, da auch unsere Nachbarbundesländer Bayern und Hessen bereits vor zwei Jahren eine erhöhte Meisterprämie umgesetzt haben. Jetzt gilt es, diesen Worten auch Taten folgen zu lassen. Die Umsetzung darf nicht auf die lange Bank geschoben werden.“

Auch im Alltag fehlt an vielen Stellen die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Ausbildung. Seit Herbst 2022 teilt die Handwerkskammer Ulm darum allen angehenden Meisterinnen und Meister, die ihre Fortbildung in Vollzeit absolvieren, einen Studierendenausweis aus. Mit diesem können sie belegen, dass sie an einer Fachschule für berufliche Weiterbildung eingeschrieben sind und von Vergünstigungen im Lebensalltag profitieren. So erhalten die Meisterstudierenden unter anderem Ermäßigungen bei Bus- und Bahntickets, an der Kinokasse, im Schwimmbad oder im Museum. Seit der Einführung konnten so insgesamt 2.467 Ausweise ausgegeben werden. Maier betont: „Die Meisterstudierenden sind heute in vielen Bereichen immer noch schlechter gestellt als Studierende an Hochschulen und Universitäten. Egal ob akademischer oder berufliche Ausbildung, beide Bildungswege müssen als gleichwertig angesehen und bewertet werden – das muss sowohl auf politischer Ebene als auch innerhalb der Gesellschaft passieren.“



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