Wachsender Kostendruck belastet zunehmend das regionale Handwerk

Hohe Energie-, Material- und Spritpreise bringen Betriebe in Nöte – Handwerkskammer Ulm fordert Tempo bei geplanten Reformen und zügige Entlastungen

Die hohen Energie-, Material- und Spritpreise bereiten dem regionalen Handwerk zunehmend Sorgen – denn der wachsende Kostendruck geht mittelfristig an die Substanz der Handwerksbetriebe zwischen Ostalb und Bodensee. Zumal sich das wirtschaftliche Umfeld im Zuge der aktuellen Weltlage verhärtet und weiter verschlechtert hat. Hinzu kommt die generell hohe steuerliche Belastung, unter der viele Betriebsinhaberinnen und -inhaber ächzen. Dazu sagt Dr. Tobias Mehlich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm: „Die Gesamtsituation ist besorgniserregend: Die Spritpreise sind trotz beschlossenem Tankrabatt zu hoch und die Energie- und Materialpreise steigen. Gleichzeitig leeren sich die Auftragsbücher und die Inflation wächst. Viele unserer Betriebe geraten derzeit durch diesen Mix aus strukturellen Krisen, hohen Kosten und Reformstau unter großen Druck. Es ist jetzt an der Zeit, die Weichen auf Wachstum zu stellen und den Mittelstand spürbar zu entlasten. Die Politik muss schnell und entschlossen handeln, damit sich die Situation nicht weiter zuspitzt.“ Die Koalitionspartner müssten die Zeit des Redens von Reformen nun beenden und zügig in die Umsetzung gehen. Weiteren Stillstand könne man sich schlichtweg nicht erlauben.

Lohnzusatzkosten deckeln
Die Handwerkskammer Ulm macht sich in diesem Zuge für die Umsetzung zeitnaher mittelstandsfreundlicher Maßnahmen stark, um die Rahmenbedingungen für das Handwerk und den Mittelstand zu verbessern und die Wirtschaft in der Region wieder in Schwung zu bringen. Hierzu zähle kurzfristig etwa die Senkung der Energiepreise, aber auch die Deckelung der Sozialbeiträge würde die Betriebe dauerhaft entlasten. „Was wir brauchen, ist ein wirtschaftsfreundlicheres Steuer- und Abgabensystem. Unser Handwerk benötigt eine Sozialabgabenbremse, um die Lohnzusatzkosten unter Kontrolle zu bekommen. Der Personalkostenanteil in unseren Betrieben ist vielerorts immens hoch“, so Mehlich. Ziel müsse es sein, die Lohnzusatzkosten wieder auf 40 Prozent zu deckeln. Der aktuelle Anteil von mehr als 42 Prozent würde unweigerlich dazu führen, dass die Konsumenten durch höhere Handwerkspreise belastet werden und mittelfristig auch mehr Betriebe zum Aufgeben zwingen und menschliche Arbeit unangemessen verteuern. „Damit würgen wir zusätzlich ab“, so Mehlich.

Zum Gebiet der Handwerkskammer Ulm gehören rund 21.000 Mitgliedsbetriebe. Davon befinden sich jeweils rund 2.900 Betriebe im Landkreis Biberach sowie im Bodenseekreis, rund 1.600 Betriebe im Kreis Heidenheim, rund 4.400 im Ostalbkreis, rund 4.600 im Kreis Ravensburg, rund 1.500 im Stadtkreis Ulm und rund 3.000 Handwerksbetriebe im Alb-Donau-Kreis.



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