Land fördert überbetriebliche Berufsausbildung in der Region – Moderne Ausbildung im Handwerk sichert Zukunft

Rund 4.000 Azubis durchlaufen im Rahmen ihrer handwerklichen Ausbildung jährlich die Bildungsstätten der Handwerkskammer Ulm. An den Standorten Ulm und Friedrichshafen gewinnen sie im Rahmen ihrer überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung Kenntnisse und Fähigkeiten in Gewerken wie etwa dem Klempner-, Elektroniker- und Tischlerhandwerk. Auch das Ministerium für Wirtschaft, Handwerk und Tourismus Baden-Württemberg sieht die überbetriebliche Berufsausbildung als wichtigen Baustein zur Qualitätssicherung der handwerklichen Lehre. Deshalb unterstützt das Land in diesem Jahr mit einer Fördersumme von rund 722.000 Euro die Ausbildungslehrgänge an den Bildungsstätten der Handwerkskammer Ulm. Dr. Tobias Mehlich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm, hebt die Bedeutung der Förderung durch die Landesregierung hervor: „Die überbetriebliche Ausbildung trägt maßgeblich zu einer qualitativ hochwertigen und vollumfänglichen Ausbildung von Fachkräften bei. Die Azubis von heute sind die Fachkräfte von morgen. Und wer diese qualifizierten Fachleute sichern will, muss in Ausbildung investieren. Und dafür ist das regionale Handwerk auf verlässliche finanzielle Unterstützung angewiesen.“
Die weiteren Finanzierungsanteile tragen die Handwerksbetriebe und der Bund. Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut weist zudem auf die zentrale Relevanz der beruflichen Bildung für den Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg hin: „Die duale Ausbildung ist das Rückgrat unserer Wirtschaft. Überbetriebliche Lehrgänge sorgen dafür, dass Auszubildende unabhängig von der Größe ihres Betriebs Zugang zu modernster Technik und hochwertiger Qualifizierung erhalten. Damit stärken wir die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen und schaffen Perspektiven für die Fachkräfte von morgen.“ Einen Großteil der beruflichen Ausbildung machen das praktische Lernen im Ausbildungsbetrieb und das theoretische in der Berufsschule aus. Weniger bekannt ist, dass es im Handwerk einen überbetrieblichen Ausbildungspart gibt, um Qualitätsstandards zu sichern. Gerade kleinere Handwerksbetriebe haben sich häufig auf bestimmte Bereiche spezialisiert und können deshalb nicht alle Ausbildungsinhalte in der vollen Breite und Tiefe abdecken. Hier setzt die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung an: In mehrwöchigen Kursen lernen Azubis in den Bildungsstätten neueste Techniken und Technologien kennen. Mehlich weiter: „Die überbetriebliche Ausbildung ist die Grundlage für eine wichtige Flexibilität der Betriebe und gleichzeitig ist sie eine Versicherung für die jungen Menschen, für den gesamten Arbeitsmarkt eines Berufs geeignet und einsetzbar zu sein.“
Förderumfang des Landes Baden-Württemberg
Landesweit stehen rund 13 Millionen Euro für das Jahr 2026 zur Verfügung, mit denen rund 9.500 Ausbildungslehrgänge mit ca. 94.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern bezuschusst werden. Gegenüber dem Vorjahr steigt das Gesamtfördervolumen um 500.000 Euro an. Die Förderung erhalten Handwerkskammern, Innungen, Kreishandwerkerschaften und Landesverbände des Handwerks sowie Industrie- und Handelskammern, die ein- oder mehrwöchige Lehrgänge in mehr als 100 Ausbildungsstätten durchführen und somit einen einheitlichen Ausbildungsstand – unabhängig von der Größe und Spezialisierung des Ausbildungsbetriebs – sichern.
Kreishandwerkerschaften erhalten auch Zuschüsse
Die Kreishandwerkerschaften in der Region der Handwerkskammer Ulm zählen ebenfalls zu den diesjährigen Zuwendungsempfängern: So erhält die Kreishandwerkerschaft Biberach rund 150.000 Euro, im Bodenseekreis sind es rund 7.000 Euro, im Kreis Heidenheim rund 130.000 Euro, im Ostalbkreis rund 74.000 Euro und im Landkreis Ravensburg sind es rund 20.000 Euro an Fördermitteln.