Ausbildungsprämie stärkt Ausbildung gegen Fachkräftebedarf

Handwerkskammer Ulm begrüßt Unterstützung für Ausbildungsbetriebe und verstärkt Angebote zur Berufsorientierung für Jugendliche – Noch knapp 1.000 freie Lehrstellen für dieses Jahr

Wir haben uns lange für die Ausbildungsprämie eingesetzt, nun ist sie auch beschlossen: Die Bundesregierung hat sich heute auf eine Prämie in Höhe von 2.000 bzw. 3.000 Euro für Betriebe verständigt, die von der Krise stark betroffen sind und trotzdem die Zahl ihrer Lehrlinge im Vergleich zu den letzten drei Jahren nicht verringern. Als besonders betroffen gilt ein Betrieb, wenn er coronabedingt Kurzarbeit angemeldet hat oder der Umsatz in den vergangenen Monaten massiv zurückgegangen ist. „Das ist ein gutes Zeichen für Ausbildungsbetriebe und unsere Jugendlichen. Das ist ein gutes Rezept gegen den bald wieder diskutierten Fachkräftebedarf. Das Handwerk bietet sichere und moderne Ausbildungsplätze“, so Dr. Tobias Mehlich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm.

Mit der Prämie soll ein Einbruch der betrieblichen Ausbildung als Folge der Corona-Krise vermieden werden. Die Ausbildungsprämie erhalten kleine und mittlere Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten. Demnach bekommen Betriebe einen einmaligen Zuschuss von 2.000 Euro für jeden für das Ausbildungsjahr 2020 abgeschlossenen Lehrvertrag. Erhöhen Ausbildungsbetriebe in diesem Jahr die Lehrstellenanzahl, wird die einmalige Zuwendung sogar auf 3.000 Euro erhöht. Neben der Ausbildungsprämie sieht der Beschluss auch finanzielle Hilfen für Ausbildungsbetriebe vor, die einen Auszubildenden aus einem insolventen Betrieb übernehmen. Durch die beschlossene Ausbildungsprämie hat die handwerkliche Interessenvertretung einen wichtigen Impuls für Ausbildungsbetriebe und Jugendliche im Handwerk erreicht. Mehlich begrüßt den Beschluss der Politik: „Wer heute die Ausbildung stärkt, der reduziert den Fachkräftebedarf im morgen.“

Die Handwerkskammer Ulm wirbt jetzt bei den Betrieben dafür, trotz der angespannten Wirtschaftslage weiter auszubilden und jungen Menschen eine Perspektive zu bieten. Dazu brauchen die Schülerinnen und Schüler ausreichend Berufsorientierung, die in den letzten Wochen zu kurz gekommen ist. Deshalb verlagert die Handwerkskammer Angebote zur Berufsorientierung auch auf digitale Kanäle, um die jungen Menschen zu erreichen und zu beraten. Zu den beliebtesten Ausbildungsberufen im Kammergebiet von der Ostalb bis zum Bodensee gehören bei Frauen Friseurin, Lebensmittelfachverkäuferin sowie Kauffrau für Büromanagement. Bei den Männern ist insbesondere die Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker, Elektroniker und Anlagenmechaniker sehr beliebt. Gegenwärtig sind noch knapp 1.000 Ausbildungsplätze unbesetzt. Insbesondere in den Berufen Elektroniker, Maurer, Zimmerer, Metzger, Maler und Lackierer sowie Beton- und Stahlbetonbauer gibt es noch viele Angebote. „Jugendliche müssen jetzt ihre Chance nutzen“, so Mehlich.

Aktuell bilden insgesamt 3.410 Handwerksbetriebe im Gebiet der Handwerkskammer Ulm Azubis aus. Derzeit absolvieren dort 6.264 Jugendliche eine handwerkliche Ausbildung in diesen Handwerksbetrieben.

Anzahl der Betriebe, die derzeit Auszubildende beschäftigen:

Alb-Donau-Kreis: 527 Betriebe mit 971 Auszubildenden.
Landkreis Biberach: 480 / 927.
Bodenseekreis: 473 / 772.
Landkreis Heidenheim: 282 / 558.
Ostalbkreis: 656 / 1.320.
Landkreis Ravensburg: 755 / 1.347.
Stadtgebiet Ulm: 237 / 369.

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