Handwerksbetriebe zwischen Ostalb und Bodensee wollen auf E-Autos umsteigen – Handwerkskammer Ulm fordert mehr Förderungen von Bund und Land – Kommunen müssen Infrastruktur verbessern

Die Verkehrswende geht auch am regionalen Handwerk nicht spurlos vorbei. Viele Handwerksbetriebe stellt die Suche nach einem passenden E-Fahrzeug vor große Herausforderungen. So fehlt es zum einen an passenden Modellen, die hinsichtlich Reichweite und Nutzlast mit Verbrennern mithalten können. Zum anderen sind auch attraktive Förderprogramme rar, was beim Kauf von emissionsfreien Alternativen zu hohen Investitionen führt. Dazu sagt Dr. Tobias Mehlich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm: „Unsere Betriebe leisten bereits durch ihre Dienstleistungen und Produkte einen großen Beitrag zum Klimaschutz. Auch der E-Mobilität stehen wir offen gegenüber. Aber wir brauchen steuerliche Anreize und finanzielle Förderungen, um diese Mehrkosten zu stemmen.“
Bisherige Förderungen des Landes sind aktuell eingestellt. Die Handwerkskammer Ulm fordert das Land und den Bund deshalb dringend auf, neue Förderprogramme für leichte und mittlere E-Nutzfahrzeuge in die Wege zu leiten. Auch alternative Antriebe wie E-Fuels oder Biogas sollten als wirtschaftlich attraktive Möglichkeiten gefördert werden. Für eine funktionierende Verkehrswende ist auch eine Verbesserung der Lade-Infrastruktur notwendig: „Ob im Gewerbegebiet, in der Stadt oder auf dem Land: Unsere Handwerkerinnen und Handwerker brauchen Möglichkeiten, um ihre E-Autos auch laden können. Bund, Land und Kommunen müssen die Infrastruktur offensiv ausbauen und fördern. Nur so schaffen wir den emissionsfreien Umstieg“, so Mehlich.
Parkplatzsituation in Innenstädten weiterhin problematisch
Ob E-Auto oder Verbrenner: Handwerker leiden zunehmend unter den schwierigen Parksituationen in Städten und Gemeinden. Betriebe müssen aber die Chance haben, in der Nähe ihrer Kundinnen und Kunden zu parken. Nur so können sie diese ohne Verzögerungen erreichen und Aufträge zügig abarbeiten. Mehlich weiter: „Die Werkstatt unserer Handwerker ist beim Kunden. Niemand kann erwarten, dass schweres Material oder Werkzeug von weit entfernt liegenden Parkplätzen herangeschafft wird. Deswegen brauchen sie nahe Parkmöglichkeiten. Sonst werden Betriebe immer weiter aus den Innenstädten verdrängt und handwerkliche Dienstleistungen für Kunden unweigerlich teurer.“
Die Handwerkskammer setzt sich deshalb dafür ein, dass Handwerksbetriebe in der Straßenverkehrsordnung in Zukunft besser berücksichtigt werden. Hierbei brauche es eine Weiterentwicklung der angedachten Lieferzonen für Handwerksfahrzeuge, kundenfreundlichere Gestaltungen des Kurzzeitparkens oder unbürokratische Regelungen für Handwerks-Parkausweise in Parkverbots- oder Anwohnerzonen.