Handwerker sind glücklicher und fühlen sich wohler

Bundesweite Kampagne hebt Bedeutung des lokalen Handwerks hervor – diesjähriger Fokus liegt auf dem Thema Gesundheit – Betriebe sichern Versorgung zwischen Ostalb und Bodensee

Eine Zahntechnikerin arbeitet an einem Modell.

Der diesjährige Tag des Handwerks am 20. September steht unter dem Motto „Handwerk tut gut“. Denn wer einen Handwerksberuf ausübt, ist nicht nur glücklicher, sondern fühlt sich auch wohler. Das belegt eine repräsentative Studie der IKK Classic in Zusammenarbeit mit der Deutschen Sporthochschule Köln: Demnach bewerten rund 85 Prozent der regionalen Handwerkerinnen und Handwerker ihre Gesundheit als gut bis sehr gut – deutlich mehr als der Durchschnitt der deutschen Bevölkerung (70 Prozent). Deshalb rückt die Imagekampagne des Handwerks in diesem Herbst die Themen Wohlbefinden, Zufriedenheit und Gesundheit in den Mittelpunkt. Dazu sagt Dr. Tobias Mehlich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm: „Die Studienergebnisse sind erfreulich und belegen, was wir schon vermutet haben: Handwerk ist nicht nur zukunftsfähig, sondern tut auch Körper und Seele gut. Wer einen Handwerksberuf ausübt und am Ende des Tages sieht, was er oder sie geschaffen hat, ist meist zufrieden und fühlt sich wohl.“ Damit greife man zum Tag des Handwerks ein Thema auf, das gerade für die junge Generation immer wichtiger werde.

Jeder dritte Betrieb in Deutschland ist ein Handwerksbetrieb. Im Gebiet der Handwerkskammer Ulm sichern mehr als 20.000 Betriebe die Versorgung der Menschen in der Region. Ihre rund 120.000 Beschäftigten setzen dabei von der Ostalb bis zum Bodensee unter anderem Klimaziele um und bringen effiziente Energietechniken auf die Dächer und in die Keller der Kundinnen und Kunden. Mit ihrer Arbeit sichern die Handwerker aber auch die Versorgung vor Ort: Sei es das Laib Brot beim Bäcker, das Steak beim Metzger des Vertrauens oder die neue Brille beim Optiker. „Unsere Handwerkerinnen und Handwerker bauen, reparieren und modernisieren unser Zuhause und machen unsere Region damit fit für die Klima- und Energiewende. So stellen die Betriebe auch in Zukunft unseren Wohlstand sicher“, so Mehlich.

Die Handwerksbetriebe leisten mit ihrer Tätigkeit auch einen essenziellen Beitrag für die regionale Wirtschaft. Rund 17 Milliarden Euro Umsatz erzielten die Betriebe im Gebiet der Handwerkskammer Ulm im Jahr 2024. Mit der Zahlung von Gewerbesteuern sichert das regionale Handwerk damit die finanziellen Handlungsmöglichkeiten der Kommunen. Im Ulmer Kammergebiet versorgt ein Handwerksbetrieb durchschnittlich 74 Einwohner. Um die Versorgung auch zukünftig zu gewährleisten, bilden die Betriebe wohnortnah aus. Mehr als 2.800 junge Menschen haben kürzlich eine Ausbildung im Handwerk gestartet – ein Anstieg von vier Prozent zum Vorjahr. Deutschlandweit lernt jeder vierte Azubi einen Handwerksberuf. Junge Männer entscheiden sich dabei besonders häufig für eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker, Elektroniker oder Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Junge Frauen zieht es vor allem in die Berufe Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk, Friseurin, Augenoptikerin oder Konditorin.

Über den Tag des Handwerks:
Der „Tag des Handwerks“ wurde 2011 ins Leben gerufen. Er findet jedes Jahr am dritten Samstag im September statt. Ziel des Aktionstages ist es, auf die Bedeutung des Handwerks mit seinen rund eine Million Betrieben und mehr als 130 Ausbildungsberufen aufmerksam zu machen. An diesem Tag wird nicht nur die Leistung von rund 5,6 Millionen Menschen im Handwerk gewürdigt, sondern auch jedes Jahr ein neuer Themenschwerpunkt gesetzt.



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