
Was für eine Zahl! Das entspricht einem Plus von rund sechs Prozent an neuen Azubis verglichen mit dem Vorjahr. Das sind tolle Nachrichten und es zeigt einmal mehr, dass der Trend in die richtige Richtung zeigt, wenn sich wieder mehr Jugendliche für eine Ausbildung in einem unserer vielen Betriebe entscheiden.
Und das in einer Zeit, in der es an Herausforderungen und Krisen wahrlich nicht mangelt. In anderen Branchen spürt man das, die Ausbildungszahlen schwächeln – nicht so im Handwerk. Wir sind seit jeher krisenerprobt.
Unser Handwerk ist robust. Unser Handwerk ist und bleibt systemrelevant. Unser Handwerk hat Zukunft. Die Betriebe in der Region sind Motor und Herzstück der Wirtschaft. Handwerkerinnen und Handwerker werden gebraucht, ihre Berufe sind gefragt. Warum sollten wir uns also kleiner machen, als wir sind? Trotz aller berechtigter Freude dürfen wir uns aber nicht auf den Lorbeeren ausruhen.
Denn zur Wahrheit gehört auch, dass es immer noch rund 300 unbesetzte Lehrstellen in unserem Kammergebiet gibt. Vor allem Zimmerer, Metallbauer, Kfz-Mechatroniker, Maurer und Elektroniker werden derzeit gesucht. Aber auch Beton- und Stahlbetonbauer sowie Maler und Lackierer sind stark nach- gefragt. Momentan sind in nahezu allen Gewerken noch Ausbildungsplätze offen. Unsere Betriebe suchen auch jetzt noch engagierte und motivierte junge Menschen, um die Kundenaufträge abzuarbeiten.
Es gibt viel zu tun – insbesondere auf den zahlreichen Bau- stellen. Doch es mangelt an Bewerberinnen und Bewerbern, die die offenen Stellen besetzen. Jede offene Stelle ist eine verpasste Chance. Es muss uns gelingen, noch mehr junge Menschen für unsere Berufe zu begeistern. Dabei sollten wir keine Zeit verlieren.
Robert Smejkal, Klempnermeister aus Heidenheim und Vorstandsmitglied der Handwerkskammer Ulm