Politik trifft Praxis

CDU-Fraktionsvorsitzender Manuel Hagel im Austausch mit dem Familienbetrieb KFZ Hirning und der Handwerkskammer Ulm

Was braucht das Handwerk, um seinem Versorgungsauftrag in der Region nachkommen zu können: Für einen aktuellen Blick der Politik in die Praxis luden die Handwerkskammer Ulm und der Familienbetrieb KFZ Hirning am 6. November 2025 zum Betriebsbesuch nach Laichingen-Feldstellen ein. Manuel Hagel, CDU-Fraktionsvorsitzender im Landtag und Spitzenkandidat seiner Partei für die Landtagswahl im kommenden März, freute sich bei der Besichtigung, dass durch den 25-jährigen Sohn Ludwig Hirning die Nachfolge und somit der Erhalt von Arbeitsplätzen und die Versorgung der Region mit KFZ-Leistungen bereits sichergestellt ist. Denn alleine im Kammergebiet Ulm, das sich zwischen Ostalb und Bodensee erstreckt, stehen in den nächsten Jahren 3.800 und damit mehr als 18 Prozent der über 20.000 Handwerksbetriebe altersbedingt zur Betriebsübergabe an, da Inhaber der geburtenstarken Jahrgänge in Ruhestand gehen. Wenn Betriebsnachfolgen nicht zustande kommen, kann eine Versorgungslücke entstehen.

    Betriebsinhaber Hermann Hirning zeigte beim Gang durch sein Unternehmen anhand von Praxisbeispielen auf, in welchen Bereichen er sich seitens der Politik Unterstützung wünsche. Die überbordende Bürokratie schnell zu überwinden, ist für ihn ein zentrales Anliegen an die Politik. Anträge zur Unterstützung in der Coronazeit und zum Ausbau der Digitalisierung seien nur einige Beispiele dafür, dass Unternehmen durch aufgesetzte bürokratische Prozesse wertvolle Zeit aufbrächten, ohne dass sich das später lohne. Hier würde viel Vertrauen in den Staat verspielt und das würde auch keine Lust auf Selbständigkeit machen. „In Zeiten des Fachkräftemangels muss es Betrieben außerdem möglich gemacht werden, dass Anträge zur Neueinstellung von Mitarbeitenden quasi mit einem Klick erledigt sind“, so Hirning. Stattdessen müsse man sich bei vielen Behörden durch deren Internetseiten quälen und werde dann am Schluss gezwungen, alles auszudrucken und die Unterlagen per Post zu schicken. Der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm, Dr. Tobias Mehlich, bot stellvertretend für das Handwerk an, mit wertvollem Wissen aus der Praxis zur Verschlankung von Prozessen beizutragen. „Die Lage vieler Handwerksbetriebe ist besorgniserregend und eine Konjunkturwende ist nicht in Sicht“, betonte er. Manuel Hagel zeigte sich offen für einen solchen Austausch. Außerdem versprach er, sich für die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung einsetzen zu wollen. Was die Erhöhung der Meisterprämie angehe sowie institutionalisierte Informationsveranstaltungen zu Handwerksberufen an Schulen.

    Mitglieder des Vorstands der Handwerkskammer, die den Betriebsbesuch begleiteten, brachten weitere Beispiele in das Gespräch ein, die die Belebung der Wirtschaft ihrer Ansicht nach aktuell behinderten. Robert Smejkal, Vorstandmitglied und Klempnermeister aus Heidenheim, führte das Thema der zu hohen Sozialabgaben für Unternehmer auf. Smejkal: „Besteuerung und Sozialbeiträge gehen zu Lasten unserer Beschäftigten.“ Auch flexible Arbeitszeiten seien für Handwerksbetriebe vor dem Hintergrund der Auftragslage und zum Teil langen Fahrtzeiten zu Auftraggebern wichtig. Beide Unternehmer – Hirning und Smejkal – hoben in diesem Zusammenhang die hohe Bedeutung von „straffreien Überstunden“ hervor: Zusätzliche Arbeit müsse sich direkt für die Arbeitnehmer lohnen, ohne dass überhöhte Steuern und Beiträge darauf zu zahlen seien.



    Telefon 0731 1425-6103
    presse@hwk-ulm.de