Cem Özdemir zu Besuch bei Handwerkskammer-Präsidentin Katja Maier – offenes Ohr für Nöte der Betriebe zwischen Ostalb und Bodensee – Grünen-Kandidaten setzen Meisterförderung auf die Agenda

Handwerk trifft auf zukünftige Landespolitik: Um zu erfahren, welche Themen und Herausforderungen die Handwerksbetriebe in der Region derzeit besonders bewegen, hat sich Grünen-Politiker Cem Özdemir gemeinsam mit den Parteikollegen Clara Resch, handwerkspolitische Sprecherin der Grünen und Mitglied des Landtags Baden-Württemberg, und Bennet Müller, Landtagskandidat im Wahlkreis Aalen, sowie Hauptgeschäftsführer Dr. Tobias Mehlich von der Handwerkskammer Ulm auf den Weg zur Ostalb gemacht und den Baubetrieb von Handwerkskammer-Präsidentin Katja Maier besucht: die Holzbau Maier GmbH in Westhausen-Lippach – der traditionsreiche Familienbetrieb wurde 1934 gegründet und wird nun in dritter Generation geführt.
Mit den Politikern von Bündnis 90/Die Grünen wurden vor Ort die drängendsten Themen des Handwerks besprochen. Dazu zählt etwa die Zuwanderung in Zeiten des chronischen Fachkräftemangels. Die einhellige Meinung hierzu: Ohne Zuwanderung werde man den steigenden Fachkräftebedarf nicht in den Griff bekommen. Das Handwerk leiste seit Jahren einen wichtigen Beitrag zur Integration ausländischer Fachkräfte und wolle dies ausbauen. Das Thema Baugenehmigungen und Umsetzungspraxis der Landesbauordnung wurde ebenso diskutiert wie der Erhalt von Gewerbe- und Mischgebieten – was insbesondere auch für kleinere und mittlere Handwerksbetriebe in der Region von Bedeutung ist. Dazu sagt Katja Maier, Präsidentin der Handwerkskammer Ulm: „Das sind alles zentrale Themen für unser Handwerk. Deshalb begrüßen wir es, dass unsere Landespolitik sich hierfür Zeit nimmt und ein offenes Ohr für die Nöte und Herausforderungen unserer Betriebe hat.“
Finanzielle Anreize für angehende Meisterinnen und Meister
Worin sich alle Anwesenden einig waren: Das Handwerk stellt die Versorgungsgrundlage der Bevölkerung in der Region dar – denn wenn wichtige handwerkliche Leistungen nicht mehr erbracht werden, steht vieles still. Doch damit das Handwerk der Motor des Mittelstands bleibt, braucht es auch künftig viele neue Meisterinnen und Meister, die die regionale Versorgung und den Wohlstand der Bürgerinnen und Bürger sichern. Eine Investition in das Meisterstudium im Handwerk stellt also eine Investition in die Zukunft des Landes dar. Deshalb sind die 2020 eingeführte Meisterprämie und der Meistergründungszuschuss wichtige finanzielle Anreize. Das stößt auch beim Spitzenkandidaten der Grünen für die Landtagswahl im kommenden Jahr auf Verständnis und Zustimmung: „Ich habe mir genau überlegt, was ich im Wahlkampf versprechen kann – und auch was in diesen Zeiten finanziell nicht möglich ist. Das Versprechen die Meisterprämie zu erhöhen und den Meistergründungszuschuss zu verlängern, ist eine Investition in eine nachhaltige Zukunft und Entwicklung unseres Landes“, so Özdemir. Und Katja Maier ergänzt: „Die Meisterprämie ist ein wichtiges Zeichen in Richtung echter Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung und wird zudem als echte Wertschätzung in unserem Handwerk aufgefasst.“
Absolventinnen und Absolventen einer Meisterprüfung erhalten derzeit in Baden-Württemberg eine Prämie von 1.500 Euro. In anderen Bundesländern ist diese Prämie bereits deutlich erhöht worden – sie dient dazu die Kosten eines Meisterstudiums auszugleichen und so die Ungleichbehandlung des Meisterstudiums gegenüber einem für den Teilnehmer kostenfreien Studium an einer Hochschule aufzuheben.
Abschließend hebt Özdemir hervor: „Das Handwerk ist die Stütze unserer mittelständisch geprägten Wirtschaft. Wir brauchen nicht nur Master, wir brauchen mehr Meister. Unser Land hat immer Stärke daraus gezogen, dass bei uns viele Wege zum beruflichen und persönlichen Erfolg führen. Wir wollen auch den Anreiz erhöhen, sich selbstständig zu machen oder Betriebe zu übernehmen. Denn gerade die Handwerksbetriebe im ländlichen Raum sind ein wirtschaftlicher und sozialer Anker. Der droht durch den demographischen Wandel wegzubrechen. Darum müssen wir Betriebsnachfolgen attraktiver machen.“