Wer in der Achterbahn fährt, der weiß: Irgendwann geht es immer bergauf.

Auch Handwerksbetriebe sind Achterbahnfahrten gewöhnt. Mal geht es bergauf und die Auftragsbücher sind zum Bersten voll und mal herrscht Flaute im Betrieb. Derzeit zeigt die Wirtschaft jedoch nur eine Kursrichtung an: Talfahrt. In der jüngsten Konjunkturumfrage sehen wir, dass sich die eh schon angespannte Lage noch weiter zuspitzt.
Fast 40 Prozent der befragten Betriebe berichten von einem Auftragsrückgang. Das ist fast doppelt so viel wie im Vorjahresquartal. Die erhoffte Frühjahrserholung ist also ausgeblieben.
Und der Blick auf die kommenden Monate? Ernüchternd.
Besserung ist erstmal nicht in Sicht. Mehr als jeder vierte Betrieb zwischen Ostalb und Bodensee rechnet sogar mit einer Verschlechterung der Wirtschaftslage.
Fakt ist: Zu lange hat man in Berlin und Stuttgart tatenlos der schwächelnden Wirtschaft zugesehen. Die Zeit des Zusehens sollte jetzt jedoch endgültig vorbei sein. Die Politik muss ins Machen kommen. Es ist Zeit zu Handeln. Die Weichen müssen neu justiert werden, sonst steu- ern wir einer Sackgasse entgegen.
Wir brauchen zuverlässige Entlastungen, bessere Rahmenbedingungen, feste Zusagen und keine leeren Worte. Auch in der Achterbahn kann der Antriebsmotor ins Stocken geraten.
Es braucht nur rechtzeitige Unterstützung, damit der Wagen wieder Schwung aufnehmen kann.
Markus Behrendt, kaufmännischer Angestellter aus Dietenheim und Vorstandsmitglied der Handwerkskammer Ulm
Dieser Kommentar ist erschienen in der DHZ-Ausgabe 13,14-2026.