Schwacher Jahresauftakt: Trübe Stimmung im regionalen Handwerk

Angespannte wirtschaftliche Situation zwischen Ostalb und Bodensee im ersten Quartal 2026 – Betriebe leiden unter hohem Kostendruck – Handwerkskammer Ulm fordert politisches Gegensteuern

Die Handwerkskonjunktur in der Region hat einen schwachen Start in das Jahr hingelegt – das zeigen die aktuellen Daten der regelmäßigen Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Ulm. Demnach bewerten lediglich rund 38 Prozent der Handwerksbetriebe die Lage im Auftaktquartal 2026 als gut. Positive Signale kamen insbesondere noch aus dem Gesundheitshandwerk und den Ausbauhandwerken. Von einem schlechten Geschäftsverlauf berichten hingegen mittlerweile 28 Prozent der befragten Betriebe im Ulmer Kammergebiet. Zur Einordnung: Im entsprechenden Vorjahresquartal wurde die Geschäftslage noch deutlich positiver eingestuft (47 Prozent „gut“, nur 14 Prozent „schlecht“). Dazu sagt Dr. Tobias Mehlich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm: „Die erhoffte Erholung ist ausgeblieben. Stattdessen hat sich das wirtschaftliche Umfeld im Zuge der aktuellen Weltlage verhärtet und weiter verschlechtert. Die Gesamtsituation ist so schlecht wie seit Beginn der Pandemie nicht mehr: Die Energie- und Materialpreise steigen, die Auftragsbücher leeren sich und die Inflation wächst. Das geht mittelfristig an die Substanz unserer Betriebe.“

Auftragseingang und Umsätze reduziert – geringe Auslastung in vielen Betrieben
Im regionalen Handwerk vermelden 15 Prozent der Betriebe einen gestiegenen Auftragseingang in den Monaten Januar, Februar und März. Mehr als dreimal so viele – rund 46 Prozent der Befragten – berichten hingegen von Auftragsrückgängen gegenüber dem Vorquartal. Auch die Umsatzentwicklung der Betriebe im Ulmer Kammergebiet hat sich zu Beginn des Jahres verglichen mit dem Vorjahresquartal rückläufig entwickelt: Rund zwölf Prozent der Befragten haben Umsatzsteigerungen gemeldet, während 50 Prozent – also jeder zweite Betrieb – von einem Umsatzminus berichten. Der negative Trend setzt sich auch bei der Auslastung fort, die in den Unternehmen im ersten Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahr merklich gesunken ist: Rund zehn Prozent der Betriebe sind über ihre Kapazitätsgrenzen hinaus ausgelastet, 28 Prozent berichten von einer nahezu vollen Auslastung. Rund 29 Prozent der Befragten haben hingegen noch ausreichend Kapazitätsfreiräume.

Die Zahl der Beschäftigten ist zum Jahresauftakt erwartungsgemäß zurückgegangen. So haben fünf Prozent der befragten Betriebe im ersten Quartal zusätzliches Personal eingestellt, während 18 Prozent Personal reduzieren mussten. 77 Prozent haben angegeben, dass die Zahl ihrer Beschäftigten gleichgeblieben ist. Mehlich weiter: „Viele Handwerksbetriebe in unserer Region geraten derzeit durch eine Kombination aus strukturellen Krisen, hohen Kosten und Reformstau unter zunehmenden Druck. Unsere Inhaberinnen und Inhaber halten größtenteils noch an ihrem Personal fest, doch es kann nicht ewig so weitergehen. Es ist jetzt an der Zeit, den Mittelstand spürbar zu entlasten. Die Politik muss schnell und entschlossen agieren, damit sich die Situation nicht weiter zuspitzt.“

Skeptischer Ausblick: Gedämpfte Erwartungen für zweites Quartal
Die Erwartungen an das kommende Quartal sind verhalten: Rund 27 der befragten Betriebe gehen von einer Verbesserung der Geschäftslage aus. 24 Prozent rechnen hingegen damit, dass sich die Lage weiter verschlechtern wird. Bei den Umsatzerwartungen zeichnet sich folgendes Szenario ab: Während 24 Prozent von steigenden Umsätzen ausgehen, befürchten 30 Prozent sinkende Umsätze in den Monaten April, Mai und Juni. Im Gleichklang zeigen sich die Erwartungen an die zukünftige Auftragslage: So rechnet derzeit lediglich jeder vierte Betrieb mit einem Auftragsplus, 27 Prozent der Betriebe gehen von einem Auftragsrückgang aus. Bei der Personalplanung beabsichtigt gut jeder zehnte Betrieb (elf Prozent) den Mitarbeiterstamm zu reduzieren, während lediglich vier Prozent der Befragten die Zahl der Mitarbeitenden erhöhen wollen.



Telefon 0731 1425-6103
presse@hwk-ulm.de

Hallo, Ich bin HWKI, Ihr digitaler Assistant.
Wie kann ich Ihnen helfen?
HWKI (Beta)
Ihr digitaler Assistent
Der virtuelle/Digitaler Assistent „HWKI“ der Handwerkskammer basiert auf generativer künstlicher Intelligenz. Trotz sorgfältiger Entwicklung, Schulung und regelmäßiger Überprüfung der Inhalte kann nicht gewährleistet werden, dass die bereitgestellten Informationen vollständig, korrekt oder aktuell sind. Die ausgegebenen Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine rechtsverbindliche Auskunft, Beratung oder Empfehlung dar.
Insbesondere bei rechtlichen, steuerlichen, finanziellen, förderrechtlichen oder technischen Fragestellungen ersetzt der „HWKI“ keine individuelle Beratung durch die zuständigen Fachabteilungen der Handwerkskammer Ulm oder durch externe qualifizierte Fachpersonen. Eine Haftung für Schäden materieller oder immaterieller Art, die aus der Nutzung oder dem Vertrauen auf die bereitgestellten Inhalte entstehen, ist soweit gesetzlich zulässig ausgeschlossen.
Hinweise auf mögliche Fehler oder Unklarheiten nehmen wir dankend entgegen und nutzen diese zur kontinuierlichen Weiterentwicklung des „HWKI“. Auch positives Feedback ist jederzeit willkommen.