Betriebe im Gebiet der Handwerkskammer Ulm erwirtschaften rund 17 Milliarden Euro – Bauhauptgewerbe mit leichtem Plus, Metallhandwerk verzeichnet Umsatzrückgang – Zahl der Beschäftigten stagniert

Das Handwerk zwischen Ostalb und Bodensee hat im Jahr 2025 rund 16,6 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftet – ein nominales Wachstum von 0,2 Prozent. Eine genauere Betrachtung zeigt aber: Bei einer Inflationsrate von 2,2 Prozent im vergangenen Jahr blickt das regionale Handwerk eher auf eine negative Entwicklung der wirtschaftlichen Lage. Dazu sagt Dr. Tobias Mehlich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm: „Was aktuell wächst, ist nur die Inflation. Das Handwerk nicht mehr. In der Theorie steht auf dem Papier die „schwarze Null“. In der Praxis zeichnet sich aber ein anderes Bild: hohe Energie- und Materialpreise, sich zunehmend leerende Auftragsbücher und eine hohe steuerliche Belastung. Das macht dem Handwerk Sorgen.“
In den einzelnen Gewerken entwickelten sich die Zahlen dabei unterschiedlich. So konnte das Bauhauptgewerbe nach einem starken Rückgang im Jahr 2024 im vergangenen Jahr wieder ein Umsatzplus von 1,5 Prozent erzielen. Im Metallhandwerk dagegen gingen die Umsätze erneut zurück. Für das laufende Jahr erwartet das regionale Handwerk erneut ein kleines Plus. Wichtig ist dabei jedoch die Unterstützung der Politik. So fordert die Handwerkskammer Ulm die Umsetzung zeitnaher Maßnahmen, um die Rahmenbedingungen für das Handwerk und den Mittelstand zu verbessern und die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen. Hierzu zählen etwa die Senkung der Energiepreise, die Deckelung der Sozialbeiträge und der Abbau unnötiger Bürokratievorgaben.
In diesem Zusammenhang macht die Handwerkskammer zudem deutlich, dass sich die Situation weiter zuspitzen könnte, wenn notwendige Entlastungen und wirtschaftsfördernde Maßnahmen ausbleiben. Entscheidend sei nun, dass die neue Landesregierung schnell handlungsfähig wird und angekündigte Maßnahmen zügig umgesetzt werden. Mehlich weiter: „Unsere Betriebe brauchen schnell eine Umsetzung der im Wahlkampf versprochenen Inhalte: weniger Bürokratie und eine Politik für den Mittelstand. Dann kommt auch der Motor wieder ins Laufen.“
Auch bei der Beschäftigung zeigt sich mittlerweile die angespannte Lage. Die meisten Betriebe halten zwar an ihren Mitarbeitenden fest, trotzdem ist die Zahl der Beschäftigten im vergangenen Jahr um rund ein Prozent gesunken. Grund ist hier primär der demografische Wandel, der sich in den kommenden Jahren noch verstärken wird. „Wir müssen jetzt dafür sorgen, dass wir auch in Zukunft eine breite Bevölkerung mit handwerklichen Dienstleistungen und Produkten versorgen können. Dazu brauchen wir Menschen, die unsere Betriebe weiterführen und junge Menschen, die wir in diesen ausbilden“, sagt Mehlich.
Umsatz nach Landkreisen im Kammergebiet
Landkreis Biberach: 2,3 Milliarden Euro
Bodenseekreis: 2,3 Milliarden Euro
Landkreis Heidenheim: 1,3 Milliarden Euro
Ostalbkreis: 3,5 Milliarden Euro
Landkreis Ravensburg: 3,6 Milliarden Euro
Alb-Donau-Kreis: 2,4 Milliarden Euro
Stadtkreis Ulm: 1,2 Milliarden Euro