Zahl der Insolvenzen im Handwerk sinkt

Betriebe zwischen Ostalb und Bodensee zeigen sich stabil – Insolvenzquote 2025 gesunken – Handwerkskammer Ulm macht sich für bessere Standortbedingungen stark

Entgegen dem aktuellen Trend in anderen Branchen zeigt sich das Handwerk weiterhin stabil auf dem regionalen Markt. So ging die Zahl an Firmeninsolvenzen zwischen Ostalb und Bodensee trotz des herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds im vergangenen Jahr zurück: Im Gebiet der Handwerkskammer Ulm mit ihren rund 21.000 Mitgliedsbetrieben wurden im Jahr 2025 insgesamt 77 Insolvenzeröffnungen von Betrieben vermeldet (2024: 92 Insolvenzeröffnungen): davon acht im Landkreis Biberach, neun im Bodenseekreis, fünf im Kreis Heidenheim, 22 im Ostalbkreis sowie jeweils elf im Landkreis Ravensburg, im Alb-Donau-Kreis und in der Stadt Ulm. Dazu sagt Katja Maier, Präsidentin der Handwerkskammer Ulm: „Das sind erfreuliche Nachrichten, die zeigen, dass unser Handwerk in der Region verglichen mit anderen Branchen wie etwa der Industrie noch stabil dasteht. Trotzdem müssen wir wachsam bleiben, denn die anhaltend schwierige konjunkturelle und strukturelle Lage belastet zunehmend auch viele unserer Betriebe.“

Die Insolvenzquote für das vergangene Jahr liegt bei 0,35 Prozent (2024: 0,41 Prozent) aller im Jahresverlauf aktiven Betriebe – also inklusive aller Handwerksbetriebe, die unterjährig in die Handwerksrolle eingetragen oder gelöscht wurden – und ist damit gegenüber dem Vorjahr leicht rückläufig. Zum Vergleich: Im Jahr 2020 lag die Quote im regionalen Handwerk zwischen Ostalb und Bodensee bei 0,31 Prozent, 2014 bei 0,51 Prozent.

Neue Impulse aus der Politik gefordert
Auch wenn die Insolvenzzahlen noch keinen Grund zur Besorgnis geben, gilt es jetzt aus Sicht des regionalen Handwerks, die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen und neue Impulse und Anreize für die Betriebe zu setzen. Deshalb fordert die Handwerkskammer Ulm die Politik dazu auf, Maßnahmen umzusetzen, die die Rahmenbedingungen für das Handwerk und den Mittelstand strukturell verbessern, um die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen. Maier weiter: „Was wir brauchen, ist eine starke Wirtschaft. Es geht um nichts weniger als die Zukunftsfähigkeit unseres Mittelstandes. Es ist jetzt an der Zeit, die Standortbedingungen für die Betriebe zu optimieren und unsere Handwerkerinnen und Handwerker endlich spürbar zu entlasten – mit bezahlbarerer Energie, weniger Bürokratie und einer sinnvollen Steuer- und Abgabenlast. Wenn die Betriebe gut wirtschaften können, dann profitieren auch unsere Beschäftigten und unser Gemeinwesen.“

Der positive Trend der letzten Jahre bei den Betriebszahlen der Handwerkskammer Ulm hat sich auch im vergangenen Jahr fortgesetzt und erneut zu mehr Betriebsgründungen als Schließungen im Ulmer Kammergebiet geführt. So ist die Zahl der Mitgliedsbetriebe zwischen Ostalb und Bodensee im Gesamtjahr 2025 um 200 auf 20.870 gestiegen, was einem Plus von ein Prozent entspricht.

Gesamtzahl der Betriebe nach Landkreisen im Kammergebiet
Landkreis Biberach: rund 2.900
Bodenseekreis: rund 2.900
Landkreis Heidenheim: rund 1.600
Ostalbkreis: rund 4.400
Landkreis Ravensburg: rund 4.600
Alb-Donau-Kreis: rund 3.000
Stadtkreis Ulm: rund 1.500



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