Rund 2.850 neue Auszubildende im regionalen Handwerk

Plus von zwei Prozent bei den Ausbildungszahlen im Gebiet der Handwerkskammer Ulm – Anteil ausländischer Azubis steigt – rund 350 offene Lehrstellen zwischen Ostalb und Bodensee

Ein Kfz-Mechaniker bei der Arbeit mit offener Motorhaube.

Im vergangenen Jahr haben sich im Gebiet der Handwerkskammer Ulm 2.848 Jugendliche für eine handwerkliche Ausbildung entschieden. Die Ausbildungszahlen sind damit im Vergleich zum Jahresende 2024 um gut zwei Prozent gestiegen: 2025 haben 62 Azubis mehr eine Ausbildung in einem Handwerksbetrieb der Region gestartet. Die Quote der Abiturienten sank hingegen leicht von 17,5 auf 16 Prozent aller Azubis im Handwerk. Der Anteil der weiblichen Auszubildenden, die sich für eine Karriere im Handwerk entscheiden, ist konstant geblieben – der Frauenanteil unter den Azubis lag im abgelaufenen Jahr erneut bei 21 Prozent. „Wir bauen den Anteil unserer Azubis und damit der Jugend in unseren Betrieben aus. Viele junge Menschen in unserer Region sehen die Chancen, die das Handwerk ihnen bietet. Die Auszubildenden wissen, dass eine Lehre in einem der über 130 verschiedenen Handwerksberufe eine wertvolle Grundlage für ihr späteres Berufsleben ist“, sagt Dr. Tobias Mehlich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm.

Ausländische Nachwuchskräfte wichtiger Faktor für Betriebe
781 der 2.848 neuen Azubis im Ulmer Kammergebiet besitzen eine ausländische Staatsbürgerschaft – also mehr als jeder vierte Auszubildende. Das sind drei Prozent mehr als im Vorjahr. Insgesamt kommen diese Nachwuchshandwerkerinnen und -handwerker aus über 70 verschiedenen Ländern. Besonders häufig vertreten sind junge Menschen aus Vietnam, Syrien, der Türkei und aus der Ukraine. Neben Asylsuchenden sind in der Statistik auch vom Handwerk angeworbene Zugewanderte und Nachfolgegenerationen der Gastarbeiter vertreten. „Handwerk ist auch international. Ob auf Baustellen, in Werkstätten oder beim Kunden vor Ort: Seit jeher arbeiten im regionalen Handwerk Menschen verschiedenster Nationen gemeinsam Seite an Seite. Das ist ein echter Mehrwert unserer Branche“, so Mehlich. Und weiter: „Wir brauchen die Zugewanderten und die ausländischen Jugendlichen – heute als Auszubildende und morgen als Fachkräfte, die die Versorgung unserer Bürgerinnen und Bürger sichern.“

Hohes Interesse an Nahrungsmittelberufen, holzverarbeitende Berufe verlieren an Boden
In diesem Ausbildungsjahr haben sich wieder deutlich mehr junge Menschen für die Nahrungsmittelberufe (plus 29 Prozent zu Ende 2024) interessiert. Damit verbunden haben sich auch die kaufmännischen Berufe positiv entwickelt (plus 12 Prozent) – das liegt insbesondere an der steigenden Zahl an Fachverkäuferinnen und -verkäufern im Lebensmittelhandwerk. Mit Blick auf die einzelnen Ausbildungsberufe verzeichnen Kraftfahrzeugmechatroniker in 2025 ein sattes Plus von rund 22 Prozent. Rückgänge vermelden hingegen die holzverarbeitenden Gewerke (minus 15 Prozent). Bei Malern und Lackierern (minus 27 Prozent) sowie Feinwerkmechanikern (minus 33 Prozent) sind die Ausbildungszahlen ebenfalls stark rückläufig. Mehlich weiter: „Wir alle sind gefordert, noch mehr junge Menschen von unseren Handwerken zu überzeugen und sie für unsere Berufe zu begeistern. Denn nur, wenn sie einen Handwerksberuf ausprobieren, können sie entscheiden, ob eine Ausbildung das Richtige für sie ist. Auch jetzt ist es noch nicht zu spät, eine passende Lehrstelle in den regionalen Betrieben zu finden.“

Derzeit sind zwischen Ostalb und Bodensee insgesamt noch 353 Lehrstellen unbesetzt. Eine Ausbildung kann in vielen Handwerksberufen auch im Winter noch starten. Jugendliche, die unentschlossen sind, in welchen Berufen sie ihre Fähigkeiten und Talente einsetzen können, können sich an die Ausbildungsberater der Handwerkskammer Ulm wenden. Freie Lehrstellen und Praktikumsplätze in nahezu jedem Gewerk gibt es außerdem unter www.hwk-ulm.de/ausbildungsboerse/.

Ausbildungszahlen zum 31. Dezember 2025 nach Landkreis:

Ostalbkreis:
556 Auszubildende
Anzahl der offenen Lehrstellen: 62

Landkreis Heidenheim:
244 Auszubildende
Anzahl der offenen Lehrstellen: 23

Alb-Donau-Kreis:
358 Auszubildende
Anzahl der offenen Lehrstellen: 29

Stadtkreis Ulm:
277 Auszubildende
Anzahl der offenen Lehrstellen: 44

Landkreis Biberach:
356 Auszubildende
Anzahl der offenen Lehrstellen: 58

Landkreis Ravensburg:
704 Auszubildende
Anzahl der offenen Lehrstellen: 99

Bodenseekreis:
353 Auszubildende
Anzahl der offenen Lehrstellen: 38



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