Begabtenförderung stärkt Handwerkstalente der Region

37 neue Stipendiaten im Ulmer Kammergebiet aufgenommen – Über 200.000 Euro fließen jährlich in die besonderen Begabungen junger Gesellinnen und Gesellen im Handwerk

Die Begabtenförderung der beruflichen Bildung bleibt ein wichtiger Baustein für die Nachwuchsentwicklung im Handwerk. Aktuell werden im Gebiet der Handwerkskammer Ulm 108 junge Handwerkerinnen und Handwerker finanziell unterstützt. Allein zu Beginn dieses Jahres wurden 37 neue Gesellinnen und Gesellen in das bundesweite Förderprogramm aufgenommen. Zwischen Ostalb und Bodensee stehen den Stipendiatinnen und Stipendiaten damit jährlich rund 207.000 Euro für ihre fachliche und persönliche Weiterentwicklung nach der Ausbildung zur Verfügung.

Derzeit profitieren 22 Frauen und 86 Männer von der Förderung. Besonders stark vertreten sind im Ulmer Kammergebiet die Gewerke aus dem Elektro- und Metallbereich mit 45 Stipendiaten, gefolgt von den Bau- und Ausbauhandwerken mit 27 Geförderten. Auch das Holzgewerbe sowie das Lebensmittelhandwerk sind mit zahlreichen jungen Talenten vertreten. Dazu sagt Katja Maier, Präsidentin der Handwerkskammer Ulm: „Leistungsbereite und engagierte junge Menschen sind das Fundament unseres Handwerks. Die Begabtenförderung gibt ihnen den nötigen Rückenwind, um sich weiter zu qualifizieren, Verantwortung zu übernehmen und ihre Betriebe langfristig voranzubringen. Das ist eine Investition in Qualität, Innovation und Versorgungssicherheit in unserer Region.“

Handwerkskammer fordert Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung
Damit sich mehr junge Menschen für eine Karriere im Handwerk entscheiden, müssen aus Sicht der Handwerkskammer auch die Rahmenbedingungen stimmen. Noch immer ist die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung im Alltag nicht vollständig angekommen. Während Studierende an Hochschulen in der Regel keine direkten Ausbildungskosten tragen, investieren angehende Meisterinnen und Meister im Handwerk im Durchschnitt rund 10.000 Euro in ihre Weiterbildung. Förderinstrumente wie das Aufstiegs-BAföG oder eine Erhöhung der Meisterprämie sind zentrale Lösungsansätze, um finanzielle Hürden abzubauen und berufliche Bildungswege attraktiver zu machen. „Wer sich das System der Begabtenförderung im akademischen Bereich mit all seinen Stiftungen und den dort fließenden Beträgen ansieht, der erkennt recht schnell: Diese Zahlen spiegeln noch lange keine Gleichwertigkeit zwischen beruflicher und akademischer Begabtenförderung wider. Da haben wir noch was zu tun“, ergänzt Dr. Tobias Mehlich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm.

Die Handwerkskammer Ulm begleitet die Begabtenförderung organisatorisch und unterstützt Bewerberinnen und Bewerber bei der Antragstellung. Die aufgenommenen Gesellinnen und Gesellen können innerhalb von drei Jahren Weiterbildungsangebote nutzen und erhalten einen Großteil der Lehrgangskosten erstattet. Zusätzlich werden Zuschüsse zu Fahrt-, Material- oder Prüfungsgebühren gewährt. Bewerben können sich junge Handwerkerinnen und Handwerker unter 25 Jahren mit sehr guten Prüfungsergebnissen oder entsprechenden Platzierungen bei überregionalen Leistungswettbewerben.

Weitere Informationen zur Begabtenförderung unter www.hwk-ulm.de/begabtenfoerderung.

Stipendiatinnen und Stipendiaten mit Wohnort im Kammergebiet:
Alb-Donau-Kreis: 12
Ostalbkreis: 10
Landkreis Heidenheim: 3
Landkreis Biberach: 10
Landkreis Ravensburg: 12
Bodenseekreis: 9
Stadtkreis Ulm: 39

Außerhalb des Kammergebiets: 13

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