Erneut mehr Mitgliedsbetriebe im Gebiet der Handwerkskammer Ulm – wichtige Arbeitgeber und Ausbilder vor Ort – Handwerker sichern Versorgung zwischen Ostalb und Bodensee

Im Ulmer Kammergebiet hat es im Gesamtjahr 2025 erneut mehr Betriebsgründungen als -schließungen gegeben: Die Zahl der Mitgliedsbetriebe zwischen Ostalb und Bodensee ist um 200 auf nunmehr 20.870 gestiegen (plus ein Prozent). Damit hat sich der positive Trend der letzten Jahre fortgesetzt. Das Plus ist auf den Zuwachs im Bereich der zulassungsfreien Handwerke – also die Gewerke ohne Meisterpflicht – und der handwerksähnlichen Gewerbe zurückzuführen. Im Gegensatz dazu verzeichnet das zulassungspflichtige Handwerk einen leichten Rückgang. „Die Handwerksbetriebe sichern mit ihren Leistungen und Produkten die tägliche Versorgung der Bürgerinnen und Bürger in unserer Region. Das Mehr an Betrieben ist also eine gute Nachricht für die Verbraucher in den umliegenden Städten und Gemeinden“, sagt Dr. Tobias Mehlich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm.
Plus im zulassungsfreien Handwerk, Rückgang in meisterpflichtigen Gewerken
Bei den zulassungsfreien Handwerken hatte im vergangenen Jahr insbesondere das Gebäudereiniger-Handwerk ein merkliches Plus von 187 Betrieben zu verzeichnen (plus 15 Prozent), gefolgt von den Kosmetikern (plus 76 Betriebe/fünf Prozent) und Fotografen (plus 46 Betriebe/fünf Prozent). Eine Zunahme bei den Gewerken, die einen Meisterbrief voraussetzen, verzeichnen vor allem das Kraftfahrzeugtechniker-Handwerk mit einem Anstieg um 27 Betriebe (plus zwei Prozent) und das Elektrotechniker-Handwerk mit einem Plus von 26 Betrieben (plus zwei Prozent). Die seit einigen Jahren wieder meisterpflichtigen Gewerke Fliesen-, Platten- und Mosaikleger sowie Raumausstatter erlebten hingegen erneut einen Rückgang: im Raumausstatter-Handwerk um 20 Betriebe (minus fünf Prozent) und im Fliesen-, Platten- und Mosaikleger-Handwerk um 42 Betriebe (minus sieben Prozent). Mehlich weiter: „Während die Zahl der meist kleineren Betriebe in den zulassungsfreien Berufen weiterwächst, beobachten wir den Rückgang im zulassungspflichtigen Handwerk mit Sorge. Denn das sind meist an sich gesunde und stabile Betriebe mit zahlreichen Arbeits- und Ausbildungsplätzen. Diesen fehlt aber derzeit oft die Zukunftsperspektive, weil viele ältere Inhaber keinen Nachfolger finden und den Betrieb aufgeben müssen.“

Handwerkerdichte und Betriebszahlen in den Landkreisen
Statistisch gesehen gibt es im Ostalbkreis und im Bodenseekreis derzeit jeweils 13 Handwerksbetriebe pro 1.000 Einwohner, im Kreis Biberach und im Alb-Donau-Kreis 14, im Landkreis Heidenheim sind es zwölf, im Stadtkreis Ulm elf und im Landkreis Ravensburg kommen durchschnittlich 15 Betriebe auf 1.000 Einwohner. Die Anzahl der Betriebe hat sich 2025 in den Landkreisen wie folgt entwickelt: Im Stadtkreis Ulm liegt der Zuwachs bei 0,5 Prozent, im Kreis Biberach und im Ostalbkreis bei jeweils zwei Prozent, im Kreis Heidenheim und im Landkreis Ravensburg beträgt das Plus ein Prozent. Im Alb-Donau-Kreis sowie im Bodenseekreis ist die Zahl der Betriebe nahezu unverändert.
Anzahl Betriebe zum 31. Dezember 2025 nach Landkreisen:
Ostalbkreis
4.378 Betriebe (+74)
Heidenheim
1.641 Betriebe (+14)
Alb-Donau-Kreis
2.946 Betriebe (+7)
Stadtkreis Ulm
1.499 Betriebe (+8)
Biberach
2.928 Betriebe (+57)
Ravensburg
4.568 Betriebe (+41)
Bodenseekreis
2.910 Betriebe (-11)