
In unserem regionalen Handwerk ist jeder willkommen, der motiviert ist, etwas bewegen will und mitanpacken möchte – das ist keine leere Plattitüde, sondern die Realität. Da spielen die Herkunft keine Rolle, das Geschlecht keine Rolle und der Schulabschluss keine Rolle. Was zählt, ist das Machen. Das Anpacken. Die Leidenschaft und das Engagement für den Beruf und die Tätigkeit. Alles andere ist Nebensache. Das Handwerk ist zudem seit Urzeiten bunt und vielfältig. Wir integrieren Menschen in unseren Beruf und in unser Land.
Das brauchen wir auch. Denn der Bedarf an qualifizierten Fachkräften ist hoch und wird aufgrund des demografischen Wandels weiter steigen. Auch wenn die aktuelle konjunkturelle Lage vieles und viele derzeit anspannt. Allein in unserem Kammergebiet zwischen Ostalb und Bodensee gibt es derzeit noch hunderte freie Lehrstellen.
Die füllt man nicht mit Abschottung und Ressentiments gegenüber Fremden oder Zugewanderten. Diese füllt man mit Offenheit und Toleranz. Das wissen unsere Betriebsinhaberinnen und -inhaber. Deshalb wollen sie junge Menschen für eine handwerkliche Ausbildung begeistern und ihnen berufliche Perspektiven und Karrierechancen bieten. Wer in seinem Betrieb ausbildet, leistet einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag – und sichert damit auch den Fortbestand seines eigenen Betriebs.
Es lohnt sich also immer, in Ausbildung zu investieren. Das hat auch die feierliche Verleihung des Handwerkerpreises wieder gezeigt, die kürzlich am Bodensee stattgefunden hat. Mit dieser Auszeichnung werden herausragende Leistungen sowie beson- deres Engagement in der beruflichen Bildung und Ausbildung im Handwerk in Friedrichshafen und der angrenzenden Region geehrt.
Im Mittelpunkt standen dabei natürlich die jungen Preisträgerinnen und Preisträger, deren Können an diesem Abend verdientermaßen gewürdigt wurde. Das war ein besonderer Abend für die prämierten Gesellen, aber auch für unser regionales Handwerk. Eine Veranstaltung, die dem Handwerk die Bühne gibt, die es verdient.
Denn unsere Branche ist stark und zukunftsfähig. Unsere Fachkräfte sichern die regionale Versorgung der Bevölkerung mit wichtigen Handwerksleistungen und Produkten. Das Handwerk ist systemrelevant und wird immer gebraucht. Wir sollten deshalb nicht arrogant werden oder abheben, aber vergessen sollten wir es auch nicht.
Dr. Tobias Mehlich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm.