Karriere mit Gefühl

Machen wir uns nichts vor:

Auch wenn die gesamtwirtschaftliche Lage in unserem Handwerk momentan verglichen mit anderen Branchen wie der Industrie solide ist, so löst sie bei den meisten Betriebsinhaberinnen und -inhabern dennoch keine Freudensprünge aus. Und die Aussichten für die kommenden Monate sind auch nicht sonderlich rosig.
Die Realität ist also eher trist, oder?

Kommt vermutlich auf die Perspektive an: ob das Glas halb voll oder halb leer ist. Gibt es denn gute Gründe, optimistisch zu sein?
Im Kontext der derzeitigen Negativschlagzeilen, die uns tagtäglich aus der Welt erreichen? Durchaus, wenn man mich fragt. Denn unser regionales Handwerk hat schon viele Krisen gemeistert. Das wird auch diesmal so sein. Wir werden schließlich gebraucht. Unser Handwerk zwischen Ostalb und Bodensee ist systemrelevant, es ist krisensicher, es hat Zukunft.
Unsere Dienstleistungen und Produkte sind gefragt. Dessen sollten wir uns immer bewusst sein. In unseren Betrieben kann zudem jede Handwerkerin und jeder Handwerker ihre bzw. seine Talente entfalten, mitanpacken und Karriere machen. Das Handwerk bietet jungen Menschen eine Form von Karriere, in der man seine Fortschritte und Erfolge täglich sieht. Mit dem guten Gefühl, etwas zu schaffen, das wirklich gebraucht wird und Bestand hat. „Wir machen Karriere mit Gefühl.“ – so lautet auch das Motto der deutschlandweiten neuen Imagekampagne des Handwerks.

Sie wendet sich vor allem an die jüngere Generation, die eine Karriere im klassischen Sinn zunehmend ablehnt. Viele junge Menschen fragen sich: Kann man nicht nur richtig Karriere machen, sondern Karriere richtig machen? Ich bin der Meinung: Im Handwerk können wir das. Bei uns ist Karriere kein kalter Wettlauf, sondern ein lohnender Weg.

Und das Allerwichtigste: Im Handwerk ist Karriere kein Alleingang. Wir machen sie immer zusammen. In unserer Branche gibt es mehr als 130 verschiedene Berufe. Die Palette ist riesig, da ist für jeden etwas Passendes dabei. Jungen Menschen bieten sich vielfältige Chancen, ihren ganz persönlichen Weg zu finden, ohne sich dabei zu verlieren – mit Sinn, Zusammen- halt und Erfüllung. Und ab und an auch mit Gefühl.

Günter Gebauer, Elektroinstallateurmeister aus Heiligenberg und Vorstandsmitglied der Handwerkskammer Ulm.

Dieser Kommentar ist erschienen in der DHZ-Ausgabe 6-2026.



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