
Eine Studie belegt: Wer im Handwerk arbeitet, fühlt sich gesünder, zufriedener und ist stolz auf das, was er schafft. 85 Prozent sagen das. Und ich kann das bestätigen – als Installateur- und Heizungsbauermeister merke ich jeden Tag, wie gut es tut, mit den Händen und dem Kopf zu arbeiten und am Abend ein sichtbares Ergebnis zu haben. Aber Gesundheit allein reicht nicht, wenn die Rahmenbedingungen krank machen. Wir stemmen die Energiewende, wir sichern die Lebensmittelversorgung, wir halten die Region am Laufen.
Über 20.000 Betriebe zwischen Ostalb und Bodensee sorgen dafür, dass Heizungen laufen, Brötchen gebacken und Brillen angepasst werden. Doch während wir die Versorgung sichern, müssen wir uns gleichzeitig mit wachsender Bürokratie, steigenden Kosten und zu wenig Nachwuchskräften herumschlagen. Wenn 2.800 junge Menschen eine Ausbildung beginnen, ist das ein starkes Signal. Aber über 500 Lehrstellen bleiben unbesetzt. Wenn wir 17 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaften, ist das beeindruckend. Aber zu oft kommt davon zu wenig bei unseren Betrieben an, weil sie von Vorschriften, Steuern und Auflagen erdrückt werden.
Das Handwerk tut Körper und Seele gut – aber auch der Gesellschaft. Damit das so bleibt, brauchen wir eine Politik, die weniger verspricht und mehr handelt.
Wir brauchen weniger Gerede über Wertschätzung – und mehr echte Entlastung, damit unsere Arbeit auch in Zukunft gesund hält.
Alexander Petrick, Installateur- und Heizungsbauermeister aus Bad Waldsee und Arbeitnehmer-Vizepräsident der Handwerkskammer Ulm.