
Ich sehe auf dieser Seite einen großen Widerspruch – Sie auch? Attraktive Verdienstmöglichkeiten im Handwerk laut einer repräsentativen Studie, aber hunderte offene Lehrstellen zwischen Ostalb und Bodensee. Wie passt das zusammen in den aktuellen Zeiten? Was hält die Menschen davon ab, den Weg in das Handwerk zu gehen?
In eine Branche, die in Zukunft gebraucht wird. In eine Branche, die gutes Geld bezahlt. In eine Branche, in der man am Ende des Tages sieht, was man gemacht hat. In gewisser Weise haben wir die Antwort bereits vorliegen: Wir sind zu bescheiden im Handwerk. Wir reden nicht viel über das gute Gehalt und die guten und schnellen Aufstiegschancen. Und das müssen wir uns ankreiden. Da müssen wir besser und wohl auch transparenter werden, denn mittlerweile sind andere Branchen das auch. Da steht das Einstiegsgehalt entweder in der Stellenanzeige oder die Bewerberinnen und Bewerber recherchieren einfach selbst auf Jobportalen und Gehaltvergleichs- Websites. Wir brauchen uns nicht verstecken und müssen klar zeigen, was wir bieten. Denn dann möchte ich die Branche sehen, die all das verbinden kann, was wir können: Sichere Jobs, wettbewerbsfähiges Gehalt und eine sinnstiftende Tätigkeit. Wenn wir dazu noch ein bisschen mehr Lobby in der Öffentlichkeit, der Politik und an den Schulen bekommen, bin ich mir sicher: Schon bald werden viele Lehrstellen auch wieder besetzt. Und darüber freuen sich dann nicht nur wir, sondern auch die Menschen vor Ort.
Uwe Wöhrle, Elektroinstallateurmeister aus dem Alb-Donau-Kreis und Vorstandsmitglied der Handwerkskammer Ulm.