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20. März 2020

Handwerkskammer Ulm und DGB appellieren an Politik und Betriebe

Handwerksbetriebe als tragende Säule der Wirtschaft müssen unbürokratisch unterstützt werden – Internat der Handwerkskammer Ulm kann Notfallunterkunft werden

Mittlerweile hat die Handwerkskammer Ulm sich der Landesregierung angeboten, die Auszahlung der vereinbarten Soforthilfen an die rund 20.000 Mitgliedsbetriebe auch tatsächlich zu organisieren und durchzuführen. „Wir sind in der Lage das schnell zu leisten, sonst bleiben die Zahlen politische Theorie“, so Dr. Tobias Mehlich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm. Zudem hat die Handwerkskammer Ulm der Stadt Ulm ihr Internat samt der dortigen 70 Betten für die Notfallplanung angeboten.

 Inzwischen brechen Aufträge in Handwerksbetrieben weg und der normale Geschäftsablauf wird oft reduziert. Das Corona-Virus führt mit seinen Konsequenzen bei vielen Handwerksbetrieben zu Liquiditätsengpässen und wirtschaftlichen Nöten. Zahlreiche Betriebe und deren Mitarbeiter sorgen sich um ihre wirtschaftliche Existenz. Die Handwerkskammer Ulm und der Deutsche Gewerkschaftsbund appellieren an Betriebsinhaber, möglichst auf die vorhandenen Instrumente zur Sicherung von Beschäftigungsverhältnissen zurückzugreifen. Der Präsident der Handwerkskammer, Joachim Krimmer, und Arbeitnehmer-Vizepräsident, Wilfried Pfeffer, setzen auf die Solidarität im Handwerk: „Wir bitten alle in wirtschaftliche Not geratenen Betriebsinhaber: Vereinbaren Sie zunächst mit Ihren Beschäftigten passende Lösungen wie den Abbau von Überstunden und Resturlaub oder das Krisenelterngeld für Eltern, die nun wegen der Betreuung ihrer Kinder zuhause bleiben müssen. Auch eine Verkürzung der Arbeitszeit kann eine Maßnahme sein. Nehmen Sie die neuen gesetzlichen Regelungen zur Gewährung des Kurzarbeitergeldes in Anspruch und vermeiden Sie so vorzeitige Entlassungen.“   Die Handwerkskammer setzt sich derzeit an vielen Stellen dafür ein, dass das Handwerk in den Fokus der politischen Unterstützung rückt. Gerade kleine und mittlere Handwerksbetriebe sind eine tragende Säule der deutschen Wirtschaft. Sie tragen seit Jahren zur regionalen Beschäftigungssicherung, der Versorgung der Bevölkerung und der Ausbildung von Nachwuchskräften bei. In dieser historischen Ausnahmesituation dürfen diese Träger der deutschen Wirtschaft nun nicht im Regen stehen gelassen werden. Die Handwerkskammer steht in diesen Tagen deshalb auch mit den regionalen Kreditinstituten in ständigem Kontakt. Die Banken müssen in diesen Tagen dem Handwerk zur Seite stehen, indem sie möglichst bürokratiearme Unterstützung bieten und die Absicherung der Bürgschaftsbanken rasch und zuverlässig an das Handwerk weitergeben.   „Die Gesellschaft wie auch die Betriebe und ihre Beschäftigten müssen in diesen schwierigen Zeiten gemeinsam an einem Strang zu ziehen und eine Einheit bilden. Für wirtschaftlichen Erfolg nach der Corona-Krise werden jetzt die Weichen gestellt. Aus diesem Grund bitte ich die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, gemeinsam mit der Agentur für Arbeit das Instrument des Kurzarbeitergeldes zu beleuchten und zu nutzen. Betrieben entstehen daraus seit der Gesetzesanpassung vom 1. März 2020 keinerlei Risiken und Kosten; die Regelung bietet jedoch die Möglichkeit, Fachkräfte an das Unternehmen zu binden. Mit Menschlichkeit und sozialer Verantwortung füreinander meistern wir gemeinsam diese historische Krise”, so Bärbel Mauch, Geschäftsführerin der Region DGB Südwürttemberg.

Kontakt bei Rückfragen zur Nutzung des Kurzarbeitergeldes: Handwerkskammer Ulm:   Corona-Hotline für Handwerksbetriebe, Tel. 0731 1425-6900  

Agentur für Arbeit: Arbeitergeberservice – Gebührenfreie Hotline: 0800 45555-20 Arbeitnehmerservice – Gebührenfreie Hotline: 0800 45555-00 Arbeitgeberservice Ulm: 0731 160-666