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4. Februar 2020

Existenzgründungen im Handwerk gehen zurück

Handwerkskammer Ulm fordert Unterstütung der Politik für Gründer.

Die Anzahl der Existenzgründer im Gebiet der Handwerkskammer Ulm sinkt. Diesen Trend beobachtet die Handwerkskammer Ulm seit einigen Jahren. Haben sich im Jahr 2016 noch knapp 300 Handwerkerinnen und Handwerker zur Existenzgründung beraten lassen, sind es im Jahr 2019 nur noch 190 gewesen. „Obwohl sich mehr als 30 Prozent der Meisterabsolventen für den Weg in die Selbstständigkeit entscheiden, ist das Thema Existenzgründung kein Selbstläufer. Die Politik muss Gründer und Betriebsnachfolger fördern“, sagt Dr. Tobias Mehlich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm.  

So sollen Gründer beispielsweise besonders im Steuerrecht entlastet werden. Denn sie tragen auch die politischen Strömungen wie die Energiewende mit und treiben Innovationen in Gesellschaft und Wirtschaft voran. In einzelnen Regionen droht schon jetzt eine Mangelversorgung mit handwerklichen Leistungen, wenn dort die Zahl an Gründungen und Betriebsübernahmen weiter zurückgeht. Gleichzeitig schreitet die Alterung der Betriebsinhaber voran, sodass der bereits hohe Bedarf an Nachfolgern weiter zunehmen wird. Altersbedingt stehen zwischen Ostalb und Bodensee knapp 2.800 Handwerksbetriebe zur Übergabe. Das entspricht über 14 Prozent aller Betriebe im Kammergebiet.    

Damit weniger Betriebe tatsächlich schließen müssen, unterstützt die Handwerkskammer Ulm mit dem „Zentrum für Betriebsnachfolge“ (ZEN) Betriebsübergeber und -übernehmer. Denn erfolgreiche Betriebsübergaben führen zum Erhalt der Wirtschaftsstruktur sowie Arbeits- und Ausbildungsplätzen und sichern die Grundversorgung der Bevölkerung in der Region. Damit werden die Auswirkungen für den Kunden in Form von steigenden Preisen oder Versorgungslücken reduziert. Und die Nachfrage aus den Betrieben und auch von potentiellen Nachfolgern ist groß: Im ZEN der Handwerkskammer Ulm konnten allein im vergangenen Jahr knapp 600 Vermittlungen und Beratungen durchgeführt werden. „Einen etablierten, gut geführten Handwerksbetrieb zu übernehmen, bietet jedem Übernehmer gute Perspektiven für die Zukunft. Denn die Konjunktur im Handwerk zeigt sich stabil“, sagt Mehlich. „Der Zusammenhang ist ganz einfach: Wenn uns hier miteinander nichts gelingt, wird jede Baustelle langwieriger und teurer.“