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4. Juni 2019

Insolvenz im Handwerk so niedrig wie nie

Niedrigster Wert seit Beginn der Auswertungen im Jahr 2004 bei Betrieben im Gebiet der Handwerkskammer Ulm.

Die Handwerksbetriebe im Kammergebiet zeigen sich derzeit so stabil wie lange nicht, denn die Insolvenzquote lag im Jahr 2018 bei lediglich 0,26 Prozent aller im Jahresverlauf aktiven Betriebe. Dies ist der niedrigste Wert seit dem Beginn der Auswertungen im Jahr 2004. Dieser Trend verläuft Baden-Württemberg weit. Seit 2014 (0,51 Prozent) sinkt diese Quote beständig. „Dass die Insolvenzquote seit 2014 beständig sinkt, liegt vor allem an den hochwertigen Leistungen der Betriebe und an unseren stärkeren Betriebsstrukturen. Viele Handwerksbetriebe haben gelernt, dass es nicht genügt zu schaffen und guter Handwerker zu sein, sondern auch Unternehmer. Dieses Wirtschaften macht Betriebe stärker, schafft Vertrauen beim Kunden und hält die gute Auftragslage“, sagt Joachim Krimmer, Präsident der Handwerkskammer Ulm.

Das regionale Handwerk erfreut sich gewerkübergreifend an einer hohen Auftragslage, trotz schwachem Wachstum in der Welt und schwierigen Aussichten im wichtigen deutschen Exportgeschäft. Viele Handwerksbetriebe stärken in diesen Zeiten auch ihre Strukturen für schwierigere Zeiten, bspw. im Fachkräftebereich. Im Jahr 2018 mussten damit de facto 54 Betriebe im Kammergebiet Insolvenz anmelden: Im Landkreis Biberach 4, im Bodenseekreis 7, im Landkreis Heidenheim 7, im Ostalbkreis 13, im Landkreis Ravensburg 7, im Alb-Donau-Kreis 8 und Stadt Ulm 8. Im Vorjahr waren es noch 66 Betriebe und damit eine Insolvenzquote von 0,32 Prozent. Am höchsten war die Insolvenzquote im Jahr 2009 mit 0,63 Prozent. Manche Handwerksbetriebe arbeiten bspw. mittlerweile oft gegen Vorauszahlungen. Die positive Entwicklung spiegelt sich auch in der Zahl der deutschlandweiten Insolvenzen im Handwerk wieder: Waren es beispielsweise im Jahr 2009 deutschlandweit noch 6.470 Insolvenzanträge aus dem Handwerk, so ist die Zahl im Jahr 2018 auf 4.120 gesunken.

„Wir rüsten die Meister und Betriebsinhaber der Zukunft, damit wir auch weiterhin starke, nachhaltige Betriebe haben, die die Kunden mit ihren hochwertigen Leistungen versorgen“, betont Krimmer. Denn als Meisterstudent gehören unter anderem Situationsanalyse, Risikobewertung, Wettbewerbsrecht, Finanzierungs- und Förderprogramme, Investitionspläne und Finanzierungskonzepte wie auch Insolvenzverfahren zum Kaufmännischen Teil der Meisterausbildung.