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22. Juli 2021

Handwerker werden und die Zukunft gestalten

Die Aktion „Sommer der Berufsbildung“ will junge Menschen und Betriebe zwischen Ostalb und Bodensee zusammenbringen – über 700 freie Lehrstellen im regionalen Handwerk

Ob Klima- und Umweltschutz, Energie- und Mobilitätswende oder digitale Entwicklungen im Bereich Smart Homes und in den Gesundheitshandwerken: Im Handwerk können junge Menschen über 130 spannende und zukunftsfähige Berufe für sich und ihren Berufseinstieg entdecken. Die Chancen auf einen Ausbildungsplatz im regionalen Handwerk sind trotz Corona-Pandemie gut. Um interessierte Jugendliche und Betriebe zusammenzubringen, ist deshalb die deutschlandweite Kampagne „Sommer der Berufsbildung“ gestartet. Ziel ist es, jungen Menschen noch mehr Lust auf eine Ausbildung zu machen. Über verschiedene Aktionstage, Informationsevents und weitere Veranstaltungen in den kommenden Wochen und Monaten sollen sie die Möglichkeit bekommen, sich über die Berufs- und Karrieremöglichkeiten einer Ausbildung zu informieren. „In der Ausbildung spielt Corona keine Rolle mehr. Im Gegenteil: Wer jetzt eine Lehre beginnt, der gibt seiner beruflichen Zukunft Vorfahrt vor irgendwelchen nachwirkenden und blockierenden Sorgen. Ich hoffe, wir können viele Jugendliche dafür gewinnen, sich konstruktiv mit ihrer Zukunft in einer Ausbildung zu beschäftigen, statt weiter einfach rumzujobben und ängstlich im Zimmer vor dem Bildschirm zu verharren“, erklärt Dr. Tobias Mehlich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm.

Von der Ostalb bis zum Bodensee können sich Jugendliche aktuell noch auf 730 freie Lehrstellen bewerben und ihre Karriere im Handwerk starten. Auf die Landkreise verteilen sich die offenen Ausbildungsplätze wie folgt: 80 im Alb-Donau-Kreis, 114 im Landkreis Biberach, 69 im Bodenseekreis, 25 im Landkreis Heidenheim, 140 im Ostalbkreis, 239 im Landkreis Ravensburg und im Stadtkreis Ulm gibt es noch 63 freie Lehrstellen. Da Corona auch in diesem Jahr den Ausbildungsmarkt durcheinandergewirbelt und traditionelle Kennenlernwege zwischen Betrieben und jungen Menschen versperrt hat, sind viele Jugendliche verunsichert. Sie fragen sich, ob eine Ausbildung überhaupt wie gewohnt stattfinden kann. Oft sind es nicht nur Informationen, die ihnen fehlen. Schulschließungen, Distanzunterricht, abgesagte Ausbildungsmessen und begrenze Kontaktmöglichkeiten zu Berufs- und Ausbildungsberatern erschweren derzeit die Berufsorientierung. Dadurch kann ein großer Schaden entstehen – nicht nur für Betriebe, die keinen Azubi finden. Auch für junge Menschen ist die Situation nicht einfach: Durch Corona und den damit einhergehenden Einschränkungen könnten sie den Einstieg in ihr Berufsleben verpassen. „Wer auf die vielen Corona-Themen keine Lust mehr hat, der sollte jetzt einfach ein Praktikum machen oder eine Ausbildung anfangen“, sagt Mehlich.

Um den Einstieg zu erleichtern, bietet die Handwerkskammer Ulm auf verschiedenen Ebenen Hilfe an. Darunter auch die neue Ausbildungsbörse unter www.hwk-ulm.de/ausbildungsboerse/. Betriebe können dort über einen Eintrag freie Ausbildungs- und Praktikantenstellen einstellen. Diese werden auch auf der kostenfreien App „Lehrstellenradar“ angezeigt. Über einen Filter kann die Auswahl zusätzlich eingegrenzt werden – Jugendliche können damit unter anderem einen bestimmten Radius festlegen oder ein Eintrittsdatum angeben. Kleinen und mittleren Betrieben können zudem die Berater des Programms „Passgenaue Besetzung“ bei der Suche nach einem Azubi unter die Arme greifen. Für junge Menschen, die sich für eine Karriere im Handwerk interessieren, ist die Berufsorientierung eine Möglichkeit. In den Bildungsakademien in Ulm und Friedrichshafen können Jugendliche außerdem verschiedene Berufe ausprobieren, um die richtige Wahl für sich zu entdecken. Eine erste Anlaufstelle ist auch die Ausbildungsberatung der Handwerkskammer Ulm.

Die Ausbildung in einigen Gewerken ist bei jungen Menschen dabei besonders beliebt. Häufig haben sich Jugendliche im Gebiet der Handwerkskammer Ulm im vergangenen Jahr für eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker entschieden. Ebenfalls zu den favorisierten Gewerken gehören Friseure sowie Elektroniker und Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk. Im Stadtgebiet Ulm führen die Friseure bei den Frauen das Ranking im Jahr 2020 an. 26 junge Frauen haben eine Ausbildung in diesem Gewerk begonnen. Bei den Männern ist es der Kfz-Mechatroniker. 42 Jugendliche haben 2020 eine Lehre in diesem Gewerk begonnen.