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4. März 2019

Ein Stück Lebensqualität zurückgeben

Hörakustikerin Simone Hagel über Wertschätzung und Möglichkeiten für ihr Handwerk.

Einmal im Monat sind der Präsident der Handwerkskammer Ulm, Joachim Krimmer, und Hauptgeschäftsführer Dr. Tobias Mehlich zusammen mit Vertretern der regionalen Politik zu Gast bei einem Handwerksbetrieb. Beim Besuch von Hörakustik Simone Hagel in Biberach an der Riss waren auch der handwerkspolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Landtag, Thomas Dörflinger und Oberbürgermeister Norbert Zeidler gekommen. Die junge Hörakustik-Meisterin ist seit 2014 selbständig und hat ihre beiden Mitarbeiterinnen selbst ausgebildet. „Die handwerkliche Ausbildung ist ein wichtiger Bestandteil unseres Qualitätsanspruchs“, ist Hagel überzeugt. „Wir geben unseren Kunden ein Stück Lebensqualität zurück. Dafür braucht es viel Wissen und handwerkliches Geschick. Das sollte die Politik auch anerkennen und uns in der Aus- und Weiterbildung finanziell unterstützen.“

Diese Meinung teilt der Landtagsabgeordnete Dörflinger: „Eine gute Ausbildung ist das A und O für die hohe Qualität im Handwerk. Daher wollen wir die Meisterausbildung weiter stärken. Der Weg dazu könnte über einen Meisterbonus oder eine Gründungsförderung führen. Ich bin zuversichtlich, dass im kommenden Doppelhaushalt die finanzielle Grundlage für eine breitere Unterstützung des Meisters gelegt wird“. Oberbürgermeister Zeidler fasst es so zusammen: „Es ist nun die Herausforderung an uns in der Politik, die Einbahnstraßen-Förderung der akademischen Bildung aufzulösen.“ Joachim Krimmer ergänzt: „Wir brauchen ein zweispuriges Bildungssystem – berufliche und akademische Bildungswege gleichwertig und gleichberechtigt nebeneinander. Keine Spur ist wichtiger. Das muss sich auch in der finanziellen Förderung zeigen. Bereits jetzt gründet schon jeder dritte Meister einen Handwerksbetrieb, stellt Menschen ein und ist da für den Kunden. Die Politik sollte sich überlegen, welche Anreize sie setzen kann, damit auch die anderen zwei Drittel sich in die Selbständigkeit wagen. Hier liegt viel Potenzial für unser Land – quasi auf der Straße.“
Krimmer und Dörflinger zeigten sich beeindruckt von der jungen und kurzen Unternehmensgeschichte von Frau Hagel und ihrem Hörakustik-Unternehmen seit der Gründung 2014. Trotz aller Schwierigkeiten, die manchen Handwerksbetrieben in der Gründungs- und Finanzierungsphase entgegen schlagen, habe sich ein belastbarer und erfolgreicher Betrieb platziert, der für die Nahversorgung der Biberacher und weit über die Stadtgrenzen von Biberach in den Landkreis hinaus wichtige Aufgaben erfüllt. Der Verbraucher erhält im Handwerksbetrieb von Frau Hagel erstklassige und technologisch moderne Unterstützung. Frau Hagel hatte zuvor gezeigt, dass Hörgeräte heute klein, leicht und über das Smartphone steuerbar sind bis hin zur Integration von Spotify-Anwendungen.