Buntes Handwerk

Handwerkerinnen und Handwerker sind glücklicher und zufriedener als der Rest der arbeitenden Bevölkerung. Das hat erst kürzlich eine Studie herausgefunden. Für mich ist dieses Ergebnis wenig überraschend. Fast neun von zehn Handwerkerinnen und Handwerkern sind stolz auf ihre berufliche Tätigkeit. Sie geben außerdem an, dass sie eine hohe Wertschätzung für ihre Arbeit erhalten und sich in ihrem Beruf verwirklichen können. Für Jugendliche ist das Handwerk also eine echte Chance, auch um Karriere zu machen. Denn mit einer Ausbildung können sie entsprechend ihrer Fähigkeiten und Talente ihre Kreativität ausleben. Warum sollte das nicht glücklich machen? Mit den eigenen Händen zu arbeiten und etwas zu erschaffen, was jemand braucht und was man am Ende des Tages wirklich sehen kann – das macht was mit einem.

Im Handwerk zwischen Ostalb und Bodensee ist jeder willkommen, der mitanpacken und sich einbringen möchte. Es freut mich besonders, dass auch immer mehr junge Frauen ihren Weg ins Handwerk finden und eine Ausbildung machen. Inzwischen wird sogar jeder fünfte Handwerksbetrieb in der Region von einer Frau geführt. Das ist eine tolle Entwicklung. Handwerk ist eben längst nicht mehr nur Männersache. Das haben spätestens Digitalisierung und technischer Fortschritt gezeigt. Es gibt über 130 verschiedene handwerkliche Ausbildungsberufe mit vielen spannenden Karrieremöglichkeiten. Ob in der Backstube, in der Kfz-Werkstatt oder vielleicht auf der Baustelle — im Handwerk gibt es für jede Fähigkeit und jeden den passenden Beruf. Auch für Schulabbrecher und Quereinsteiger. Wir Handwerksbetriebe freuen uns über motivierte Azubis. Welche Schulnoten dabei im Zeugnis stehen, ist zweitrangig. Wofür muss ein Zimmerer-Azubi beispielsweise eine Eins im Englischunterricht haben? Handwerk ist bunt. Es steckt voller Chancen und Perspektiven.


Katja Maier, Vizepräsidentin und Vorstandsmitglied der Handwerkskammer Ulm

Dieser Kommentar ist erschienen in der DHZ-Ausgabe 07-2023.



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