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3. Januar 2019

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort? Serie “Mitarbeiter? Find ich, halt ich!” – Folge 3

Folge 3: Personalauswahlgespräche richtig führen!

Der Gedanke an ein anstehendes Vorstellungsgespräch löst bei vielen Bewerbern gemischte Gefühle aus: Die Freude über eine Jobchance wird von großer Aufregung vor unangenehmen Fragen im Bewerbungsgespräch begleitet. Doch nicht nur für Bewerber ist ein solches Gespräch ein nervenaufreibender Anlass.  Auch die Betriebe stehen vor einer großen Aufgabe: Innerhalb einer kurzen Zeit müssen sie durch die richtigen Fragen und Themen herausfinden, ob der Bewerber langfristig zu ihrem Unternehmen passt.

Leitfaden als Orientierungshilfe

Personalberaterin Alexandra Natter gibt Tipps, wie ein gelungenes Bewerbungsgespräch ablaufen muss: „Ich erlebe oft, dass Personalverantwortliche unsicher sind, wie man die richtigen Fragen stellt und auch, wie weit die Fragen überhaupt gehen dürfen. Schließlich möchte man dem Bewerber nicht zu nahe treten, aber dennoch ein umfassendes Bild von ihm bekommen“, beschreibt Alexandra Natter ihre Erfahrungen, „so geht es vielen Betrieben, die nicht täglich mit dem Thema konfrontiert sind“. Daher rät die Personalberaterin den Firmen dazu, vorab einen Leitfaden für das Gespräch vorzubereiten. Basis hierfür sollten nicht nur der Lebenslauf des Bewerbers sowie die Inhalte der Stellenbeschreibung sein, sondern auch vom Unternehmen vorab definierte „Muss“- und „Kann“-Kriterien“. „So filtert der Betrieb genau, welche Anforderungen ein Bewerber zwingend erfüllen muss, oder auch nur als Zusatzqualifikation mitbringen kann“, erklärt die Personalberaterin. Beispiele hierfür seien harte Faktoren, zum Beispiel eine abgeschlossene Berufsausbildung, ebenso wie die Teamfähigkeit als weicher Faktor.

Ablauf ist entscheidend

Entscheidend für den weiteren Verlauf des Gesprächs ist der richtige Ablauf. Denn wichtig sei es beispielsweise, so Alexandra Natter, zu Beginn des Gesprächs eine angenehme Atmosphäre zu kreieren, zum Beispiel durch das Bereitstellen von Getränken. Dann sollten die am Bewerbungsgespräch beteiligten Personen sich und ihre Funktion sowie den Betrieb vorstellen, rät die Personalberaterin. Erst im Anschluss sollte der Bewerber dazu aufgefordert werden, sich vorzustellen und seine aktuelle Tätigkeit zu beschreiben.  „Nach diesem Teil ist meistens bereits das Eis gebrochen und man kann zu den fachlichen Fragen übergehen“, fährt Natter fort. Die Personalberaterin rät, sich zu jeder Kompetenz, die in der Stellenanzeige gefordert wurde, eine verhaltensbasierte Frage zu überlegen. „Abschließen kann man diesen Teil des Gesprächs mit einem fachlichen Test, also einer Aufgabenstellung aus dem Arbeitsalltag des Betriebs“.

Abschluss mit Rundgang

Dass ein Rundgang durch den Betrieb eine gute Art ist, das Gespräch zu beenden, haben viele Handwerksbetriebe bereits in der Vergangenheit erlebt: „Bei der Besichtigung kann man den Bewerber gut fragen, ob er mit den in der Werkstatt vorhandenen Geräten bereits gearbeitet hat und kitzelt damit oft noch einige Fragen aus ihm heraus.“ Beim Abschied selbst soll der Betrieb dem Bewerber Bescheid geben, bis wann er mit einer Rückmeldung rechnen kann.

Einen kostenlosen Leitfaden zum Ablauf eines Bewerbungsgesprächs und weitere Tipps zum Bewerbungsprozess gibt es unter folgendem Link.

Weitere Informationen zum Thema Personal gibt es unter: www.personal.handwerk2025.de.